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Horngacher-Erbe gesucht

Trainer-Hammer um Martin Schmitt? Das sagt Hannawald

Zwei Gesichter des deutschen Skispringens: Sven Hannawald (l.) und Martin Schmitt
Zwei Gesichter des deutschen Skispringens: Sven Hannawald (l.) und Martin Schmitt
Foto: © imago sportfotodienst
09. März 2026, 11:28
sport.de
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Für seinen langjährigen Weggefährten Sven Hannawald wäre Martin Schmitt eine gute Wahl als Trainer der deutschen Skispringer - allerdings noch nicht jetzt.

"Martin war schon zu unserer aktiven Zeit sehr strukturiert. Er hat immer viele Fragen gestellt und wollte genau verstehen, warum bestimmte Trainingsmethoden angewendet werden. Ihn haben die Hintergründe interessiert: Warum trainieren wir etwas auf diese Weise und welche Effekte hat das? Deshalb kann ich mir grundsätzlich gut vorstellen, dass Martin irgendwann einmal ein geeigneter Trainer für das deutsche Team sein könnte. Im Moment ist es dafür allerdings noch etwas früh", sagte Hannawald in einem "Sport1"-Interview.

Schmitt, der genauso wie sein früherer DSV-Teamkollege als TV-Experte tätig ist, habe "Familie und andere Verpflichtungen, und als Bundestrainer wäre man praktisch permanent unterwegs", sagte Hannawald. "Gleichzeitig wächst er derzeit Schritt für Schritt in eine Trainerrolle hinein, und dafür braucht es Zeit."

Das Amt des deutschen Bundestrainers ab der kommenden Saison ist weiterhin vakant. Bereits seit Oktober steht fest, dass Stefan Horngacher seinen Posten abgeben wird.

Wer, außer Martin Schmitt, könnte den 56 Jahre alten Österreicher denn nun beerben? "Das ist eine schwierige Frage", betonte Hannawald. "Ein Name, der mir einfällt, ist Alexander Stöckl. Er hat in Norwegen über viele Jahre hinweg hervorragende Arbeit geleistet. Aus irgendwelchen Gründen wurde er dann von den Springern ausgebootet. Aber zu den norwegischen Springern brauche ich eh nichts mehr zu sagen nach dem Material-Skandal der vergangenen Saison."

Skispringen: "Besonderer und schwieriger Weg" für Stefan Horngacher

Für Horngacher seien seine sieben Jahre als DSV-Chefcoach "ein besonderer und teilweise auch schwieriger Weg" gewesen, konstatierte Hannawald. "Wenn sich das Material und die Regularien ständig verändern, ist es für einen Trainer schwierig, eine klare Philosophie zu etablieren. Unabhängig davon war seine Arbeit sehr gut."

Der frühere Vierschanzentourneesieger verwies in diesem Zusammenhang auf den Skiflug-WM-Titel von Karl Geiger 2020 oder den "krönenden Abschluss" mit Philipp Raimunds Gold-Coup bei den Olympischen Winterspielen. 

Horngacher habe das deutsche Skispringen zudem "strukturell weiterentwickelt, etwa beim Einsatz des Windkanals oder bei der Trainingsmethodik", lobte Hannawald. "Solche Ansätze gab es zuvor in dieser Form nicht."

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