McLaren-Pilot Oscar Piastri erlebt bei seinem Heimspiel in Melbourne ein unfassbares Fiasko. Noch bevor die Startampel im Albert Park von Melbourne für den Saisonstart ausgeht, schmeißt der McLaren-Pilot sein Auto in die Wand. Stallrivale Lando Norris flucht über die neuen Boliden und schützt Piastri. Auch Audi muss seinen Nackenschlag einstecken.
Stimmung ganz unten Down Under: Ausgerechnet Oscar Piastri hat den australischen Fans den Formel-1-Saisonstart in Melbourne vermiest. Der Lokalmatador kam in einer der Installationsrunden vor dem Rennen ausgangs Kurve vier auf einen Randstein und verlor die Kontrolle über das Heck seines McLaren. Der Wagen brach aus, krachte in die Bande und war nur noch Schrott. Das Aus für den WM-Dritten der Vorsaison.
Auf den Tribünen schlugen die entsetzten Fans des Aussies die Hände überm Kopf zusammen, als ihr Mann bedröppelt aus dem Wrack kletterte. Zuvor hatte Piastri ein "Ich bin okay" an die Box gefunkt. "Es war die Kombination einiger Punkte: Kalte Reifen, dann bin ich auf den Kerb gekommen, das war mein Fehler. Aber ich hatte auch mehr Leistung als ich erwartet hatte", gab der 24-Jährige bei "Sky" zu Protokoll: "Es schmerzt natürlich sehr."
Weltmeister Lando Norris erkundigte sich im Team-Radio über das Schicksal seines Stallrivalen: "Er hat das Auto beim Gangwechsel verloren", ließ der Kommandostand wissen. Norris wies die Schuld für das Installations-Runden-Debakel wenig später am "Sky"-Mikro von Piastri. "Mit dem neuen Getriebe, das Schalten ist Mist, nicht sein Fehler", sagte Norris.
Norris hatte die neue Autogeneration schon nach dem Qualifying scharf kritisiert. "Wir sind von den besten Autos in der Geschichte zu den vielleicht schlechtesten gekommen, was die Fahrbarkeit angeht", wetterte er. Die Formel 1 geht in diesem Jahr mit völlig neuen Power Units an den Start, in denen Verbrenner und Elektromotor jeweils etwa die Hälfte der Leistung bringen.
Formel 1: Hülkenbergs Audi streikt schon vor dem Start
Piastri wäre von Position fünf mit guten Chancen auf Punkte in seinen Heim-GP gestartet - stattdessen setzte es die bittere Nullnummer zum Saisonstart.
Diese müssen auch Nico Hülkenberg und Audi verdauen. Hülkenbergs Auto mit den vier Ringen rollte auf dem Weg in die Startaufstellung mit einem technischen Problem aus und musste von Mechanikern geschoben werden - und das vor den Augen von Konzernchef Gernot Döllner.
Versuche, den Wagen bis zum Start flott zu kriegen und Hülkenberg einen Start aus der Boxengasse zu ermöglichen, scheiterten.
Eine Enttäuschung für das neue deutsche Werksteam, das am Samstag mit den Pläten zehn und elf noch ein starkes Qualifying-Debüt in der Motorsport-Königsklasse gefeiert hatte.
Es war nicht der einzige Defekt des Tages: Red-Bull-Pilot Isack Hadjar fiel in Runde elf offenbar mit einem Hydraulikschaden am Red Bull aus. Eine Virtual-Safety-Car-Phase war die Folge.
Aston Martin erlebte indes das erwartete Debakel: Fernando Alonso gab das Rennen in Runde 14 auf, Lance Stroll spulte immerhin 38 Runden ab. Das Team leidet unter den Vibrationen seines Honda-Motors. Alonso und sein Stroll sprachen im Vorfeld sogar von einem Auto, das die Gesundheit gefährde.


