Zum Auftakt des Biathlon-Weltcups in Kontiolahti wurde ein kleines Stück Geschichte geschrieben und eine schier unglaubliche Serie beendet. Verantwortlich waren die französischen Frauen, die ein rabenschwarzes Einzel-Rennen erwischten.
Kaum zu glauben, aber doch wahr: Die französischen Biathletinnen hatten im Kampf um den Sieg im Einzel von Kontiolahti kein Wort mitzureden. Beste des Teams wurde am Ende noch Julia Simon, die sich auf dem zehnten Platz einreihte.
Was dieses Resultat so bemerkenswert macht: Es ist das erste Mal seit sage und schreibe 42 (!) Rennen, das keine Französin in einem Rennen auf einem der ersten fünf Plätze landete. Letztmals war dies am 07. Dezember 2024 der Fall. Gelaufen wurde damals ebenfalls in Kontiolahti.
Nicht minder beeindruckend: Inklusive Olympia war das Einzel von Kontiolahti überhaupt erst das vierte Rennen in dieser Saison, in dem keine Französin auf dem Treppchen stand. Das gab es bislang nur in den Verfolgungen von Oberhof, Hochfilzen und Östersund.
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Letztlich hatten sie im französischen Lager aber wie so oft dann doch noch Grund zum jubeln. Lou Jeanmonnot reichte der 35. Platz, um sich die Einzel-Wertung zu sichern. Mit 136 Punkten entschied sie den Kampf um die Kleine Kristallkugel knapp vor der Schwedin Anna Magnussen (134) für sich. Mit Elvira (127) und Hanna Öberg (125) landeten zwei weitere Schwedinnen auf den Plätzen drei und vier.
Warum es für Frankreichs Stars am Donnerstag nicht klickte, lag zum einen am Schießstand. Hier stolperten sie alle mehrfach.
"Meine ersten beiden Fehler waren nicht so schlimm, aber sie haben einen Teufelskreis mit negativen Gedanken kreiert, die ich nicht abschütteln konnte", sagte zum Beispiel Jeanmonnot am "L'Équipe"-Mikrofon über ihr Rennen, das dafür sorgte, dass sie bis zum Schluss um die Kristallkugel zittern musste. "Ich bin enttäuscht. Meine Führung war groß genug, um ein stressfreies Rennen zu haben", ergänzte sie.
Julia Simon wiederum meinte, dass die überaus erfolgreichen Olympischen Spiele womöglich für ein kleines Kopfproblem im Team gesorgt haben. "Es ist die Rückkehr nach den Spielen, das ist nicht einfach. Wir müssen erst wieder in Schwung kommen", analysierte die dreimalige Olympiasiegerin.


