Große Überraschung um Schach-Superstar Magnus Carlsen. Der Norweger wird in wenigen Wochen zum ersten Mal seit drei Jahren wieder an einem Klassik-Turnier außerhalb Norwegens teilnehmen. Eine Extrawurst verlangt er dafür nicht.
Klassik-Schach und Magnus Carlsen sind seit vielen Jahren nicht mehr die besten Freunde. Der Ausnahmespieler hatte der Variante mit langer Bedenkzeit schon vor langer Zeit den Rücken gekehrt und sich stattdessen auf Schnellschach- und Freestyle-Partien fokussiert. Einzige Ausnahme: Norway Chess, das Turnier, das direkt vor seiner Haustür stattfindet.
Nun kommt es erstmals seit drei Jahren außerhalb Norwegens zum Klassik-Comeback des vielleicht besten Spielers aller Zeiten. Wie die Veranstalter des TePe Sigeman & Co Chess Tournament bestätigten, wird Carlsen ab dem 01. Mai im schwedischen Malmö am Brett sitzen.
Carlsen "hat uns nicht in den Bankrott geführt"
"Das ist sehr aufregend. Das ist das stärkste Teilnehmerfeld in der Geschichte des Turniers", sagte Orga-Chef Johan Berntsen gegenüber "chess.com". Neben Carlsen treten bei dem Turnier noch sieben andere Weltklasse-Spieler an, darunter Nodirbek Abdusattorov (Usbekistan) und Arjun Erigaisi (Indien).
Mehr dazu:
Berntsen erklärte, er sei sehr "dankbar", dass sich Carlsen für eine Teilnahme entschieden habe. Zudem sei der Ausnahmespieler sehr "kooperativ" gewesen und habe keine besonderen Ansprüche gestellt.
"Die Verhandlungen mit ihm waren sehr leicht. Er hat uns nicht in den Bankrott geführt", gab der Verantwortliche mit einem Schmunzeln zu Protokoll.
Neuer Hype dank Magnus Carlsen
Die Laune ist bei den Veranstaltern auch deshalb so gut, weil Carlsen dem Turnier eine ganz andere Aufmerksamkeit verleiht. Laut Berntsen hätte ein Spieler wie Abdusattorov nie zugesagt, wenn nicht auch Carlsen zugesagt hätte.
"Wir werden Eintrittskarten verkaufen müssen und es könnte chaotisch werden", sagte der Orga-Chef, der eigens einen neuen PR-Vertreter einstellen musste, um den Rummel abzufangen. "Das Interesse ist enorm", bestätigte er einen regelrechten Carlsen-Hype, den das Turnier in dieser Form noch nicht erlebt hat.


