An den olympischen Wettbewerben in Predazzo nahm Karl Geiger nicht teil, da er die Olympia-Norm nicht erfüllte. Die Auszeit tat dem Skispringer gut, wie er in seiner sport.de-Kolumne schildert.
Die olympische Flamme ist erloschen, die olympischen Sprünge sind gesprungen. Die Athleten sind wieder im normalen Wettkampfbetrieb. Die Weltcups werden in voller Stärke mit dem gesamten A Team angefahren, das durch die Goldmedaille und den Olympiasieg von Philipp Raimund mit breiter Brust an die nächsten Aufgaben herangehen kann, auch wenn die Medaillenhoffnungen im Teamspringen leider unerfüllt blieben.
Alle haben aber diesen Dämpfer gut verdaut und sind hochmotiviert. Die Konzentration liegt vollkommen auf dem Saisonendspurt und den verbleibenden Weltcups.
Ich persönlich bin sehr froh, wieder in das Geschehen mit eingreifen zu können. Die Rolle des Fernsehzuschauers zu Hause in Oberstdorf liegt mir nicht, obwohl ich meine persönliche wettkampffreie Zeit für weiteres Training auf der Schanze und im Kraftraum gut nutzen konnte.
Auch für eine mentale Regeneration nach den vielen Höhen und Tiefen der Saison war natürlich Platz, den ich für mich wohl auch genutzt habe.
Begeisterndes Wintersporthappening
Der Auftakt zum Schlussquartal der Saison vollzog sich am Kulm mit einem erneuten Skiflugwettbewerb, der durch die gleichzeitige Anwesenheit der Kombinierer sich bei den vielen Zuschauern regelrecht als ein begeisterndes Wintersporthappening präsentierte.
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Die Rahmenbedingungen taten ihr Übriges dazu: Sonnenschein und Partylaune bei den Zuschauern. Die Männer um Bundestrainer Eric Frenzel hatten ihren Spaß beim Skifliegen und freuten sich anschließend darüber, Teile Ihres Rennens durch das Auslaufareal der Schanze bestreiten zu können.
Sportlich war es für mich ein solider Wiedereinstieg in das Weltcupgeschehen. In den Qualifikationen konnte ich nah an die Top-Ten heranspringen. Die Plätze 11 und 12 haben mir gezeigt, dass ich dran bin, auch wenn diese Konstanz nicht ganz in den Wettkampf getragen werden konnte. Aber im Gegensatz zum Saisonbeginn weiß ich mittlerweile, wo die Stellschrauben sitzen, an denen angezogen werden muss - und dies ist die entscheidende Grundlage, auf der man aufbauen kann.
Geiger hofft auf versöhnlichen Saisonabschluss
Der Blick geht nun nach Lahti, nach Finnland.
Meine Ambition, letztlich auch schon zur Vorbereitung der nächsten Saison, geht dahin, die Sprünge weiter zu optimieren und die in der Saison gewonnenen Erkenntnisse weiter umzusetzen. Gelingt dies, können gute Platzierungen bei den verbleibenden Wettkämpfen bis hin zu den stimmungsvollen Schlussspringen im slowenischen Planica den Saisonausklang versöhnlich gestalten.
Mit dieser Haltung steige ich nun in den Flieger nach Helsinki: aus den Wettkämpfen rausholen, was geht, weiter an sich arbeiten, keinen Zentimeter verschenken und dann schauen, wofür es reicht.
Mit herzlichen Grüßen
Karl Geiger


