Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo zählte Ren Nikaido zu den großen Gewinnern. Der Japaner sicherte sich Bronze von der Normalschanze, Silber vom großen Bakken und Bronze im Mixed-Team. Weitere Erfolge lassen allerdings auf sich warten: Aufgrund des Iran-Kriegs sitzt der 24-Jährige aktuell in Dubai fest, das Skifliegen am Kulm verpasste er bereits, auch die anstehenden Weltcupspringen in Lahti finden wohl ohne den Dritten des Gesamtweltcups statt.
Am Mittwochmorgen postete Ren Nikaido auf Instagram ein Foto, das ihn mit gedankenverlorenem Blick und einer Tasse Tee zeigt, versehen mit den Worten "Ich lebe noch". Nikaido weilt immer noch in Dubai, von wo sich die Ausreise aufgrund des Iran-Konflikts derzeit sehr schwierig gestaltet. Dass der Japaner am Freitag im finnischen Lahti starten kann, darf zumindest hinterfragt werden.
Immerhin steht vor dem ersten Springen am Freitag keine Qualifikation an. Der Wettbewerb wurde als Ersatz für das ausgefallene Springen in Ruka ins Programm aufgenommen. Aufgrund der Termindichte wird nur ein Durchgang mit allen Springern ausgetragen.
Vorentscheidung im Kampf um Platz zwei des Gesamtweltcups?
Sollte Nikaido aber erwartungsgemäß nicht pünktlich anreisen können, droht er durch das Zusatzspringen gleich zwei Einzel-Wettbewerbe zu verpassen. Ein Umstand, der besonders bitter wäre, da Nikaido im Gesamtweltcup noch mit seinem Landsmann Ryoyu Kobayashi um Rang zwei kämpft. Aktuell liegt Kobayashi 132 Punkte vor Nikaido.
An der Spitze thront uneinholbar der Slowene Domen Prevc mit mehr als 750 Punkten Vorsprung auf Kobayashi. Das Gelbe Trikot ist dem "Domenator" nur noch theoretisch zu nehmen.
Dass Nikaido überhaupt in Dubai gestrandet ist, hat er einer Reihe unglücklicher Ereignisse zu verdanken. Nikaido war auf dem Weg zum Skifliegen am legendären Kulm im österreichischen Bad Mitterndorf. Zunächst hatten ihn eine Flugzeugpanne sowie das Nachtflugverbot am Flughafen Narita nahe Tokio an der Anreise gehindert.
Dann wich Nikaido auf einen Flug über Dubai aus, hatte erneut Pech - und konnte letztlich nicht beim ersten Weltcup nach den olympischen Wettbewerben von Predazzo starten.
