Häufige Anpassungen des Start Gates vor den Sprüngen von Superstar Domen Prevc sorgen derzeit für Diskussionen. Der frühere Skispringer Jakub Kot meint: Die dahinter stehenden Jury-Entscheidungen sind zumindest teilweise gerechtfertigt.
"Manchmal reicht schon leichter Wind unter den Skiern, und man weiß nicht, was passiert", verwies der heutige TV-Experte gegenüber "WP SportoweFakty" auf die oft schwierige Gemengelage wegen wechselnder Bedingungen während des Wettkampfs. "Ich bin ein Fan von weiten Flügen. Aber dann gelingt Domen der Versuch seines Lebens und es ändert sich auch noch plötzlich die Windrichtung. Dann springt er zu weit, verletzt sich vielleicht und es kommt zu einem Skandal. Man muss Sicherheit und Spektakel gegeneinander abwägen."
Neue Nahrung hatte die Diskussion beim zweiten Skifliegen am Kulm am vergangenen Sonntag erhalten, als der Startbalken für Prevc zwar herabgesetzt wurde, der "Domenator" des Skispringens aber dennoch auf mehr als 230 Meter flog.
Kontroverse Debatten gibt es auch wegen der Tatsache, dass bei einigen Schanzen eine Änderung des Start Gates kaum Einfluss auf die Weite des Sprungs hat. Der Athlet kann also dennoch viele Punkte sammeln - und sich einen gewissen Vorteil verschaffen.
"Manchmal macht eine Änderung einen großen Unterschied, manchmal praktisch keinen", sagte Kot. "Es gab Zeiten, in denen Domen einen Sprung mit einem kürzeren Anlauf versuchte und dabei nicht an Geschwindigkeit verlor. Dann kann man ein paar Punkte gewinnen, statt Meter zu verlieren. Es hängt alles von der Anlage ab."
Skispringen: Soll Domen Prevc die Benchmark sein?
Sollte die Jury die Position des Startbalkens grundsätzlich nicht verändern, wenn die Windverhältnisse gleichbleibend sind, wie es einige Stimmen fordern?
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"Wenn die Bedingungen stabil sind und die Landezone gut präpariert ist, stimme ich dieser Aussage zu", sagte Kot. "Wenn die Bedingungen jedoch wechselhaft sind oder es Probleme mit dem Landebereich gibt, verstehe ich die Reaktion der Jury."
Der Ex-Skispringer ergänzte: "Die Frage ist, ob wir die Anlaufbahn für Domen festlegen und dann 40 Teilnehmer Probleme haben, oder ob wir sie bei ihm verkürzen, damit auch die schwächeren Athleten fliegen können. Hier sind die Meinungen 50:50 geteilt."
