Eisschnellläufer Felix Maly nimmt nicht an der bevorstehenden Mehrkampf-WM im niederländischen Heerenveen teil - aus Solidarität mit Teamkollege Fridtjof Petzold, der im Clinch mit der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) liegt.
Das teilte der 31-Jährige in einem Statement mit, aus dem unter anderem die "dpa" zitierte.
"Die Entscheidung des Verbandes gegenüber meinem Teamkollegen Fridtjof Petzold hat mich persönlich und sportlich stark beschäftigt. Unabhängig von unterschiedlichen Sichtweisen auf Inhalte oder Kommunikationsformen halte ich es für problematisch, wenn öffentliche Kritik zu sportlichen Konsequenzen in Form eines Startverbots führt", erklärte Maly in seiner Stellungnahme.
Er habe die DESG darüber informiert, eine mögliche WM-Nominierung nicht wahrzunehmen, so Maly.
"Als Leistungssportler bin ich auf faire, transparente und verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen. Dazu gehört für mich auch die Möglichkeit, Missstände oder Kritikpunkte anzusprechen, ohne befürchten zu müssen, dadurch sportlich benachteiligt zu werden", schrieb der Athlet vom ESC Erfurt.
Petzold hatte schwere Vorwürfe gegen die DESG erhoben, dabei von strukturellen Defiziten sowie einer unzureichenden Betreuung bei den Olympischen Winterspielen gesprochen. Der Verband wies diese von sich - und verhänge ein vorläufiges Startverbot für den 28-Jährigen. Zudem wurde Petzolds Status als Bundeskaderathlet mit sofortiger Wirkung ausgesetzt.
Die Fortsetzung seiner Karriere steht damit in Frage.
Eisschnelllauf: "ARD"-Bericht eine Lüge?
DESG-Präsident Matthias Große hatte auch Anschuldigungen aus einem "ARD"-Bericht als Lüge bezeichnet. Er schloss die Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus zudem von Verbands-Pressekonferenz aus.
Sie hatten von Unregelmäßigkeiten innerhalb der DESG und einem belasteten Verhältnis zwischen Teilen der Athletinnen und Athleten auf der einen und der Verbandsspitze auf der anderen Seite berichtet.
An Mittwoch ist die Situation bei der DESG auch Thema im Ausschuss für Sport und Ehrenamt des Bundestags. Laut Tagesordnung will die Bundesregierung einen Bericht vorstellen.

