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F1-Power-Ranking mit RTL-Experte Danner

Mercedes hat Riesenvorteil - Audi "sehr positive Überraschung"

RTL-Experte Christian Danner schätzt für sport.de das Kräfteverhältnis vor dem Formel-1-Saisonstart ein
RTL-Experte Christian Danner schätzt für sport.de das Kräfteverhältnis vor dem Formel-1-Saisonstart ein
Foto: © sport.de
03. März 2026, 19:55
sport.de
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Endlich wieder Formel 1! Die Motorsport-Königsklasse startet am Wochenende mit dem Großen Preis von Melbourne in ihre 77. Saison - und das mit völlig veränderten Autos und Motoren. Das neue Regelwerk dürfte das Kräfteverhältnis der vergangenen Jahre durcheinanderwirbeln. Wer ist Favorit, wer gut dabei und wer hinkt hinterher? Gemeinsam mit RTL-Experte Christian Danner liefert sport.de das große Power Ranking der Formel 1 zum Saisonstart.

Wie die neuen Formel-1-Autos im Wettkampf-Modus funktionieren, wer in Qualifying und Rennen wirklich Vor- respektive Nachteile hat -, das kann zurzeit wohl niemand zu 100 Prozent prognostizieren. Zumal auf einer derart speziellen Strecke wie dem Albert Park in Melbourne.

Aber: Der Shakedown in Barcelona und die zwei Testphasen in Bahrain haben wichtige Erkenntnisse und Anhaltspunkte geliefert, wo die elf Teams stehen. Zumindest eines lässt sich ziemlich sicher sagen: Es gibt ein klares Schlusslicht und einen klaren Favoriten. Das sport.de-Power Ranking mit RTL-Experte Christian Danner.

Die Rote Laterne leuchtet Grün - Aston Martin hat riesige Probleme

Die Testfahrten in Bahrain gerieten für das Team um F1-Legende Fernando Alonso zum Fiasko. Von dem Ziel, vorne mitzumischen, ist Aston Martin Anfang 2026 meilenweit entfernt, von der erhofften Magie Adrian Neweys nichts zu spüren - was vor allem am exklusiven Motorenpartner Honda liegt. Bei den Tests blieb der AMR26 mit dem japanischen Triebwerk immer wieder stehen.

"Wenn man liest, was Honda selbst zu den Problemen sagt, nämlich, dass sie durch die Motorvibrationen die Batterie kaputt machen, dann ist das schon etwas Gröberes. Früher hätte man gesagt: Sie müssen zurück ans Zeichenbrett. Sie haben viel Arbeit vor sich", erläutert RTL-Experte Danner. Heißt: Aston Martin geht mit einer happigen (Honda-)Hypothek in die Saison und muss erst einmal gewaltig aufholen, um überhaupt den Anschluss an die Konkurrenz herzustellen. Das kann dauern, "bei dem neuen Reglement umso länger", merkt Danner an.

Mit Spekulationen, Aston Martin werde in Melbourne aufgrund der Problematik nur einige Showrunden fahren und das Auto abstellen, räumt der frühere Formel-1-Pilot auf. "Die fahren so lange wie sie können - wenn sie kaputt gehen, gehen sie kaputt, fertig." Mit Blick auf die Tests gebe es eine "gewisse Grundwahrscheinlichkeit", dass die Racing-Grünen die Zielflagge Down Under nicht sehen werden.

Cadillac - "erfahrener" Neuling, der viel lernen muss

Das Team von Michael und Mario Andretti sei "tapfer eingestiegen", lobt Danner den Formel-1-Neuling aus den USA. Dass Cadillac nicht ab vom Schuss ist, schreibt er den "relativ erfahrenen Formel-1-Leuten" zu, die für Cadillac arbeiten: "Und das sind nicht nur die Fahrer Valtteri Bottas und Sergio Perez. Die wissen da schon ganz genau, wo sie nachlegen müssen", sagt der RTL-Kommentator. 

"Ich glaube, das ist ein Team, das sich Richtung Mittelfeld entwickeln wird. Die Tests liefen okay, sie haben aber noch Luft, um da hinzukommen, wo sie sich sehen", so Danner. Aerodynamisch sei Cadillac "noch ziemlich mittelmäßig". In Sachen Motor kann sich der US-Rennstall als Ferrari-Kunde dagegen nicht beschweren.

Ein kompakter Mittelfeld-Block - mit Audi mittendrin

Vor den Hinterbänklern Aston Martin und Cadillac sieht Danner einen kompakten Mittelfeld-Block. "Williams, Racings Bulls, Audi, Haas - die sind alle in etwa auf einer Ebene", prognostiziert der 67-Jährige. 

Etwas enttäuscht ist Danner von Williams. "Wenn man bedenkt, dass sie dort seit zwei Jahren nur von 2026 geredet haben und jetzt so losgelegt haben, keinerlei Eindruck hinterlassen und Fortschritte gemacht haben, ist das bedenklich", kritisiert der Experte den britischen Traditionsrennstall. Williams hatte wegen "Verzögerungen" in der Konstruktion des Autos sogar den Aufgalopp in Barcelona verpasst. "Im Moment sehen ich Williams noch nicht so recht nach vorne kommen", ist Danner skeptisch.

"Ziemlich weit vorne im Mittelfeld-Pack" verortet der 36-malige Grand-Prix-Starter Haas. Das US-Team habe "immer das gleiche Konzept" und kapriziere sich als Ferrari-Kunde "auf das, was sie können und dürfen, was eben geht. Diese Philosophie setzen sie perfekt um", lobt Danner. Mit Esteban Ocon und Oliver Bearman habe das Team zudem zwei "sehr schnelle Fahrer".

Video: Wer hat das Schönste? Alle Formel-1-Autos 2026

Das Red-Bull-Junior-Team Racing Bulls ist für Danner ebenfalls fester Bestandteil des "kompakten" Mittelfeld-Blocks. Beim Fahrerduo der Jungbullen, lässt Danner Skepsis durchblicken. "Fahrermäßig haben sie nicht mehr so ein Highlight im Auto wie 2025 mit Isack Hadjar. Inwieweit Arivd Lindblad das gebacken kriegt, wird man sehen, er ist bei den Tests nicht so wahnsinnig viel gefahren. Liam Lawson ist immerhin einigermaßen einzustufen. Aber in diesem engen Mittelfeld wird es wahnsinnig auf die Fahrer ankommen, den kleinen Unterschied zu machen."

F1-Einsteiger Audi machte bei den Testfahrten einen überraschend guten und stabilen Eindruck. Das sieht auch Danner so. "Audi war eine sehr positive Überraschung, dass sie sich relativ problemlos ins Mittelfeld eingefügt haben. Wo sie genau stehen, werden wir erst wissen, wenn es losgeht. Aber, das, was wir bisher gesehen haben, ist über den Erwartungen", sagt der F1-Experte.

Video: Günther Steiner von Audi "positiv überrascht"

"Eine sehr solide Basis" erkennt Danner bei Alpine. Die stolze französische Marke ist 2026 nicht mehr mit eigenen Renault-Motoren, sondern mit deutsch-britischen Mercedes-Aggregaten im Heck auf Punktejagd. Sicher kein Nachteil. 

"Für Teamchef Flavio Briatore ist das eine Erlösung, er hat die Renault-Motoren nicht leiden können", sagt Danner: "Alpine fährt eher vorne im Mittelfeld als hinten".

Ferrari vorerst nur vierte Formel-1-Kraft

"Ferrari gehört zur Spitzengruppe - das ist schonmal ein Statement", macht Danner den Tifosi Hoffnung. "Nur innerhalb der Spitzengruppe sind sie für mich derzeit nur Vierter."

Positiv: Ferrari klagte bei allen Testfahrten nie über größere Probleme, Charles Leclerc und Lewis Hamilton spulten im SF-26 zuverlässig Kilometer ab. "Das Auto geht, ist zuverlässig und einigermaßen schnell", konstatiert Danner. 

Dank dieser soliden Grundlage könnte auch der 2025 oft so triste Hamilton wieder aufblühen. Gemessen an den Test-Eindrücken habe die Scuderia nun wieder einen "happy Lewis. Und ein glücklicher Lewis ist ein schneller Lewis", so Danner. Favorit sei Ferrari zwar nicht, die Roten hätten aber "auf jeden Fall" ein besseres Paket als im Vorjahr.

Video: Danner-Einschätzung: Drohen F1-Absagen?

Mercedes dank Motor im Vorteil - Russell Favorit

"Die Spitzengruppe ist schön kompakt beieinander. Da gibt es nur kleine Unterschiede", freut sich Danner auf den Saisonstart in Australien.

Ganz vorne sieht der RTL-Kommentator die Silberpfeile von Mercedes. "Wenn man die Longruns der Tests anschaut, ist der Mercedes schon verdächtig gut. Es ist aber nicht so, dass der Red Bull von Max Verstappen da nicht mitkommt und auch beide McLaren sind dabei. Aber Mercedes ist die Messlatte. Das sieht man daran, dass die Silbernen fast panisch versuchen, aus der Favoritenrolle rauszukommen. Das deutet immer darauf hin, dass man bei Mercedes noch Reserven hat."

Lob gibt es von Danner für die Motoren-Hirne Red Bulls. Der erste hauseigene Motor aus Milton Keynes "funktioniert hervorragend". Allerdings sei das "sensationell zuverlässige" Mercedes-Triebwerk der Trumpf der Silberpfeile - von dem auch der Kunde McLaren profitiert.

In diesem Zusammenhang weist Danner auf einen "fundamentalen Vorteil" von Mercedes hin, das neben dem Werksteam und Titelverteidiger McLaren auch Williams und Alpine mit Motoren ausstattet. Ins Mercedes-Know-How fließen dadurch jede Menge Daten.

"Die Abläufe im Energiemanagement der Aggregate sind höchst komplexer Natur", analysiert der Experte: "Wenn man da Daten hat von verschiedenen Autos, von verschiedenen Fahrern, ist man in Umsetzung und Analytik natürlich in einer viel bessere Position, eine Weiterentwicklung in die richtige Richtung hinzubekommen. Da hat Mercedes mit seinen drei Kunden einen großen Vorteil."

Favorit auf den Fahrer-Titel ist für Danner Mercedes-Pilot George Russell. Der routinierte Brite sei im Vergleich mit seinem italienischen Stallrivalen Kimi Antonelli "der Bessere im Mercedes-Cockpit, demnach ist er auch mein WM-Kandidat".

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1ArgentinienFranco ColapintoAlpine F1 Team0
2FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
3SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
4KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
5FinnlandValtteri BottasCadillac F1 Team0

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