Bei den Olympischen Winterspielen in Italien hat das deutsche Biathlon-Team nur eine Medaille eingefahren, die Top-Nationen Frankreich und Norwegen waren dem DSV-Aufgebot klar überlegen. Dass in der so verwöhnten Biathlon-Nation Deutschland sogleich die Alarmglocken schrillten, kann Sportdirektor Felix Bitterling nur bedingt nachvollziehen.
Beim Deutschen Skiverband (DSV) haben die Analysen nach dem enttäuschenden Abschneiden der Biathletinnen und Biathleten bei den Olympischen Winterspielen in Antholz "bereits begonnen und werden bis zur Trainerklausur abgeschlossen", teilt Sportdirektor Felix Bitterling vor dem Beginn des Weltcups in Kontiolahti (5. bis 8. März) mit.
Eines muss der Funktionär schon jetzt festhalten: "Mit nur einer Medaille können und wollen wir im deutschen Biathlon nicht zufrieden sein. Unser Anspruch als Team und Verband ist ein anderer, und dem stellen wir uns."
Gleich zu Beginn hatte das Mixed-Quartett aus Justus Strelow, Philipp Nawrath, Vanessa Voigt und Franziska Preuß die Bronzemedaille gewonnen, anschließend folgte aber keine weitere Podestplatzierung. Mehrfach landeten die DSV-Stars auf den undankbaren vierten Platz.
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Mit der vielen Kritik, die anschließend auf die Biathletinnen und Biathleten einprasselte, zeigte sich Bitterling daher nicht einverstanden. Die "teilweise sehr zugespitzte Weltuntergangsstimmung rund um den deutschen Biathlon" teile man nicht.
Biathlon-Chef fordert: "Das muss man realistisch einordnen"
"Wir haben bei Olympia viele starke Leistungen gesehen, mehrere Ergebnisse lagen nur sehr knapp an den Medaillen vorbei. Solche Leistungen muss man erst einmal abrufen, darauf gilt es aufzubauen. Einige Athletinnen und Athleten haben ihre Saisonbestleistungen genau bei diesem Höhepunkt gezeigt oder waren sehr nah daran. Das muss man realistisch einordnen", forderte der DSV-Funktionär.
Zwar verfüge man, "insbesondere nach dem Karriereende von Franziska Preuß", derzeit "nicht über die großen dominierenden Einzelstars vergangener Jahre", zugleich sehe man jedoch im Verband "vor allem bei den Frauen mehrere sehr hoffnungsvolle Athletinnen, die sich weiterentwickeln und perspektivisch in diese Rollen hineinwachsen können".
Auch im zweitklassigen IBU Cup "sehen wir viele positive Entwicklungen, insbesondere bei den Männern".

