Bei den Olympischen Winterspielen 2026 konnten die deutschen Biathleten gerade einmal eine Medaille gewinnen. Immer wieder kämpften die DSV-Skijäger in Antholz lange um einen Podestplatz, nur um am Ende doch noch leer aus zu gehen. Ein Olympiasieger von 1998 ordnet das Abschneiden von Franziska Preuß und Co. daher nicht allzu schlecht ein.
"Wir hatten viele gute Leistungen der Deutschen, am Ende hat aber oft ein Quäntchen zur Medaille gefehlt hat. Aber es zählen eben nicht nur die Medaillen", sagte Peter Sendel im Gespräch mit der "Welt" und ergänzte: "Wir hatten viele Platzierungen unter den ersten Acht, das waren gute Ergebnisse – aber bei Olympia interessiert es keine Sau, wenn du Vierter wirst."
Am Ende stand für das DSV-Team nur eine Medaille - Bronze im Mixed-Team zum Auftakt der Spiele in Italien. "Es war nicht alles so enttäuschend, wie das im Medaillenspiegel aussieht. Auch beim Schießen, wenn ich sehe, wie Vanessa Voigt den letzten Schuss weggibt und damit auch die Medaille", findet der 53-Jährige: "Am Ende hängt es an Kleinigkeiten, die über eine Medaille oder Platz acht entscheiden. Drei, vier Podestplätze wären drin gewesen."
Biathlon: DSV-Team "auf Platz drei, vier"
Der Staffel-Olympiasieger von 1998 kommt daher zu dem Entschluss, dass "es keinen Grund, ein ganzes System infrage zu stellen", so Sendel, der erklärte: "Wir können nicht viel auf links drehen. Wir haben nur eine geringe Anzahl an Sportlern, bei denen nicht viele ausfallen dürfen, sodass wir immer noch eine Podest-Chance haben. Wir haben nicht 200 Athleten, die gut auf Ski und an der Waffe sind."
Sendel, der seit seinem Karriereende vor 20 Jahren dem Biathlon als Trainer erhalten ist und auch jetzt noch als Schießtrainer an DSV-Stützpunkten aktiv ist, sieht aber auch das vorhandene Personal bei den Frauen und Männer noch in der Weltspitze: "Ich sehe uns auf Platz drei, vier mit anderen Nationen wie Schweden und Italien auf Augenhöhe. Frankreich und Norwegen sind uns derzeit enteilt."
Sorgen um die Zukunft des deutschen Biathlons macht er sich daher nicht. "Optimalerweise schon bei den nächsten Olympischen Spielen" könne man Fortschritte sehen, glaubt Sendel: "Ich traue es vor allem unseren Frauen zu. Mir ist da nicht bange. Da kommt schon noch was. Auch bei den Männern. Wir haben schon noch ein paar hoffnungsvolle Talente. Wenn die gut vorbereitet und gepflegt werden, können sie performen."

