Nicht nur im Fußball sind Videoschiedsrichter derzeit ein großes Thema. In der NFL hat die Liga nun ein paar Fehlentscheidungen durch Replay eingeräumt. Und diese häuften sich vor allem in einem bestimmten Timeslot.
Zum Auftakt der NFL Combine in Indianapolis/Indiana erklärte Executive Vice President of Football Operations Troy Vincent, dass es in der vergangenen NFL-Saison 171 Entscheidungen durch den Videobeweis beziehungsweise per Replay Assist gab. Fünf davon waren falsch.
Und vier dieser fünf Fehlentscheidungen ereignen sich demnach im frühen Sonntagsfenster, als in den Spielen, die um 13 Uhr Ostküstenzeit beginnen (19 Uhr deutscher Zeit). Vincent begründete dies mit der schieren Fülle an Spielen, die zu der Zeit parallel stattfinden.
"Es gab fünf Szenen, nachdem wir einen Schritt zurückgetreten sind und tief durchgeatmet hatten - vier davon lagen im 13-Uhr-Zeitfenster", sagte Vincent. "Es lag einfach am enormen Pensum, und man denkt sich: 'Ah, wenn wir diese eine Entscheidung noch einmal treffen könnten', wenn man es sich so im Nachhinein ansieht."
Coaches kritisieren Personalmangel um 13 Uhr
Mit Sean Payton von den Denver Broncos und Mike Vrabel von den New England Patriots wurden zwei Mitglieder des Wettbewerbskomitees darauf angesprochen. Payton war eigener Auskunft nach "ein wenig überrascht", als er von der relativen Fülle an Fehlern zu dieser Zeit erfuhr.
"Das höre ich nicht gerne", sagte Payton. "Ich will im 16-Uhr-Fenster spielen. Ich bin froh, dass ich in Denver bin. Wir sollten bei der Wiederholung niemals einen Mangel an Arbeitskräften haben. Das sind die Dinge, die wir versuchen werden zu bereinigen und zu korrigieren, was das Personal angeht und einfach, um der Sache auf den Grund zu gehen."
"Wir müssen die personelle Besetzung auf dieser Ebene evaluieren", sagte derweil Vrabel am Mittwoch. "Um herauszufinden und sicherzustellen, dass jedes Spiel gleich behandelt wird - egal ob es das Prime-Time-Spiel am Sonntagabend, Montag oder Donnerstag ist, oder diese 13-Uhr-Spiele, die das Herzstück unserer Liga sind. Wir müssen personelle Engpässe identifizieren und beheben, damit diese Szenen genau unter die Lupe genommen werden und uns nichts durchrutscht."
Jedes Spiel im 13-Uhr-Zeitfenster verfügt über einen dedizierten Replay-Assistenten, der das Geschehen vom Replay-Zentrum der Liga im New Yorker Büro aus überwacht. Die Replay-Assistenten haben jeweils eine eigene Station und nutzen einen Xbox-Controller, um die verschiedenen Kameraperspektiven des Spiels zu betrachten. Der Replay-Assistent ist jedoch nicht der endgültige Entscheidungsträger bei einer Überprüfung.
Liga hält sich bedeckt
Es gibt Replay-Supervisoren und Vizepräsidenten in der Schiedsrichterabteilung, welche die endgültige Entscheidung treffen können. Mit der Ausweitung des Replay Assist haben sich die Verantwortlichen im Game Management der NFL-Klubs gefragt, wer genau dieser finale Entscheidungsträger ist und wie viele Personen innerhalb der Schiedsrichterabteilung überhaupt die Befugnis haben, diese Entscheidungen zu treffen. Die Liga hielt sich bisher bedeckt, was die genaue Benennung der Verantwortlichen für die einzelnen Entscheidungen angeht.
Regel 15 des NFL-Regelwerks besagt, dass der "Senior VP of Officiating oder dessen Beauftragter" die Person ist, die eine Überprüfung einleiten, durchführen, die Entscheidung auf dem Feld ändern oder einen Spieler disqualifizieren kann. Als Mark Butterworth, NFL-Vizepräsident für Replay-Training und -Entwicklung, im Oktober um Klarheit gebeten wurde, sagte er lediglich, dass ‚die Entscheidung im Art McNally GameDay Central getroffen wird".







