Wirbel um Schwergewichts-König Oleksandr Usyk: Am Donnerstag machen im Netz Meldungen die Runde, der Weltmeister habe bei der neuen Box-Liga von MMA-Pate Dana White unterschrieben. Das Team des Ukrainers reagiert.
"Signed" (unterschrieben), dazu ein Bild von Schwergewichts-Weltmeister Oleksandr Usyk mit dem Logo der Box-Liga "Zuffa Boxing". Derartige Collagen machten am (oder machen seit) Donnerstag im Netz die Runde. Dazu die angebliche Hammermeldung: Usyk hat bei der neuen Box-Liga "Zuffa" von Promoter und MMA-Boss Dana White unterschrieben.
Usyks Teamdirektor Sergey Lapin räumte dies allerdings in einer Social-Media-Botschaft umgehend ab. "Freunde, in den Medien zirkulieren Berichte, die behaupten, dass Oleksandr Usyk angeblich einen Vertrag bei Zuffa Boxing unterschrieben hat. Diese Information ist nicht wahr. Wir bitten euch, nur auf offizielle Statements unseres Teams zu vertrauen."
Usyk selbst teilte den Post auf "X" - machte allerdings zugleich eine Andeutung. "Ich hetze nicht, bereite mich aber auf etwas Großes vor", schrieb der 39-Jährige.
Box-Medien berichten schon länger, dass der Schwergewichts-Weltmeister mit Zuffa verhandle. Passend dazu, ploppte zuletzt die Nachricht auf, Ex-Weltmeister Andy Ruiz Jr. habe bei Dana Whites Box-Liga unterschrieben. Der Amerikaner wird als Usyks nächster Gegner gehandelt. Auf der von Zuffa herausgegebenen Liste der Boxer, die einen Vertrag haben, taucht Ruiz bis dato allerdings nicht auf.
Agit Kabayel von Usyk-Entscheidung betroffen
Klar ist, dass Usyk gen USA drängt - aus einem angestrebten Kampf gegen Deontay Wilder wurde aber nichts. Ruiz wäre eine vermarktbare Alternative.
Sofern Usyk tatsächlich bei Zuffa unterschreibt, könnte dies Deutschlands Box-Star Agit Kabayel betreffen. Der 33-Jährige ist als WBC-Interims-Champion Usyks Pflichtherausforderer bei dem Verband. Der WBC hat angeordnet, dass Usyk nach seinem nächsten Kampf - einer freiwilligen Titelverteidigung - gegen Kabayel antreten muss, will er den Gürtel behalten.
Dana White hat mit Zuffa vor, das System der vier großen Weltverbände zu durchbrechen. Seine Box-Liga soll nach dem Modell der MMA-Serie UFC funktionieren, deren Boss der Amerikaner ist. Der Zuffa-Gürtel soll künftig den einzig wahren Weltmeister pro Gewichtsklasse ausweisen - die Verbände WBA, WBC, WBO und IBF sollen nach Whites Willen verschwinden.
Usyk - im Gürtel-Salat der Verbände sowieso der legitime Schwergewichts-Weltmeister - wäre für Zuffa die Königsfigur, um die Drei-Lettern-Organisationen zu marginalisieren.
Sollte Usyk Kabayel aus dem Weg gehen und den WBC-Titel abgeben, würde der Deutsche automatisch vom Interims- zum vollwertigen Champion hochgestuft. Deutschland hätte dann am Grünen Tisch den ersten Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling vor mehr als 90 Jahren.

