Borussia Dortmund scheitert dramatisch in der Champions League. Nach vier Gegentoren und einem Last-Minute-Elfmeter bei Atalanta Bergamo fliegt der BVB aus der Königsklasse. Coach Niko Kovac und Kapitän Emre Can legen den Finger in die Wunde. Pechvogel Gregor Kobel entschuldigt sich.
Trotz einer guten Ausgangslage (2:0 im Hinspiel) hat Borussia Dortmund das Achtelfinale in der Champions-League verspielt. Vor allem die eigenen Fehler in der Defensive ärgerten Trainer Niko Kovac.
"Sehr unnötig, aber unterm Strich haben wir heute kein gutes Spiel gemacht. Wenn du in der Champions League vier Gegentreffer kassierst, dann ist es schwierig. Wir müssen jetzt nicht über Elfmeter hin oder her reden. In den Momenten, in denen wir die Tore kassiert haben, waren wir nicht richtig da, wir haben die Fehler gemacht ", sagte der Trainer bei "DAZN".
"Wir sind heute mit dem Spiel verdient ausgeschieden", zog Kovac harte Bilanz. "Heute haben wir nicht die Leistung gebracht, um weiterzukommen."
Nach einem Fehler von Gregor Kobel kam Atalanta Sekunden vor dem Ende nochmal in Ballbesitz, Ramy Bensebaini foulte mit der Hacke den zum Kopfball ansetzenden Nikola Krstovic. Nach Ansicht der Bilder entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter, den Lazar Samardzic verwandelte.
Kobel übernimmt Verantwortung
"Das darf nicht passieren", sagte Kovac und ergänzte: "Wir haben auch bei anderen Gegentreffern Fehler gemacht."
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"Das war mein Fehler am Ende", sagte Pechvogel Kobel und nahm damit die Schuld auf sich. "Es tut mir leid für die Jungs."
Fußball sei "manchmal hart", sagte Kobel weiter. "Ich komme raus, wollte ihn zuerst wegschlagen, dann war die Lage nicht ganz so. Das ist ein Bruchteil von einer Sekunde: Du denkst in dem Moment nicht, dass der Ball einfach irgendwie weg soll. Ich war dann im Spiel drin und habe versucht, noch eine Lösung zu finden."
Ein solches Aus war den Dortmundern im Europacup zuvor nur im Dezember 1987 gegen den FC Brügge passiert. Damals scheiterte der BVB nach einem 3:0 im Hinspiel durch ein 0:5 nach Verlängerung.
Kapitän Emre Can nahm seinen Teamkollegen in Schutz. Er wolle keinen Vorwurf an irgendeinen Spieler machen, erklärte er und betonte: "Wenn du solche Fehler machst, wird es schwer."
Ramy Bensebaini war quasi an jedem Gegentor beteiligt und der Fehlpass von Keeper Kobel hatte das Drama in der Nachspielzeit eingeleitet. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Torwart den BVB in der ersten Halbzeit mit starken Paraden im Spiel gehalten hat.
"Gregor hat uns so oft in dieser Saison gerettet, auch in der ersten Halbzeit. Es tut mir leid für den Jungen. Kein Vorwurf, dass es so gelaufen ist. Es kommt alles zusammen. Sehr schade."
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Auch Can haderte mit den vielen Gegentreffern. "Am Ende ist es sehr, sehr unglücklich, aber wenn man ehrlich ist, kommen wir auch verdient nicht weiter. Das waren schon Kacktore, würde ich sagen. Ich weiß nicht, welches Wort ich sonst finden sollte", sagte er.
BVB-Blick nach vorne gegen Bayern
Die bittere Niederlage schmerzt den Kapitän. "Es tut sehr weh. Extrem weh. Morgen müssen wir wieder den Blick nach vorne richten."
Vor dem Klassiker am Samstag (18:30 Uhr) ist das CL-Aus ein herber Dämpfer für die Schwarzgelben, die gegen Bayern eigentlich zum Siegen verdammt sind, um das Meisterrennen noch annähernd offen zu halten.
Nun gelte es mit Blick auf die nächste Aufgabe "Wunden zu lecken", sagte Trainer Kovac. "Wir müssen die Sachen ansprechen. In drei Tagen haben wir ein Bundesligaspiel. Was die Sache nicht leichter macht, dass der deutsche Meister kommt."
Sein Team müsse sich "schleunigst darauf konzentrieren, gut zu verteidigen. Dann gewinnen wir auch Spiele."
Seine Ansage: "Wir spielen jetzt gegen eine Champions-League-Mannschaft. Deswegen: Kräfte bündeln und eine gute Performance abliefern."






























