Die Chicago Bears könnten Illinois verlassen - und in den Nachbarstaat Indiana umziehen. Ein neues Milliarden-Stadion nahe Hammond und ein Gesetzesvorstoß in Indianapolis befeuern die Spekulationen um einen der größten Standortwechsel der NFL-Geschichte.
Was planen die Bears?
Im Zentrum der Pläne steht ein überdachtes Stadion im Nordwesten Indianas, genauer im Bereich rund um den Wolf Lake in Hammond, nur wenige Autominuten von der Chicagoer Stadtgrenze entfernt. Die Arena soll Teil eines größeren Entertainment-Areals werden und ganzjährig Events ermöglichen - ähnlich wie andere moderne NFL-Standorte. Laut Berichten wären die Bears bereit, rund zwei Milliarden US‑Dollar in das Projekt zu investieren.
Der entscheidende Schritt in Indiana
Den jüngsten Schub bekam das Projekt durch den politischen Rückenwind in Indianapolis. Der Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses in Indiana stimmte mit 24:0 Stimmen für eine Änderung von Senate Bill 27, die den Weg für ein Stadion in Hammond freimachen soll. Das Gesetz sieht die Gründung der "Northwest Indiana Stadium Authority" vor, die Anleihen ausgeben, Land erwerben und den Bau des Stadions finanzieren dürfte.
Nur wenige Tage später votierte auch das komplette Abgeordnetenhaus klar für SB 27 – 95:4, ein klares Signal an die Bears und an die NFL. Für Gouverneur Mike Braun ist das Projekt ein Aushängeschild der eigenen Wirtschaftsstrategie, Indiana präsentiert sich offen für große Sport-Investitionen.
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Was sagen die Bears?
Die Bears selbst sprechen von einem "bedeutenden Schritt" in ihren Stadionplanungen. Die Verabschiedung von SB 27 wäre "der bislang wichtigste Fortschritt", heißt es in einer vom Team verbreiteten Stellungnahme. Man wolle nun die standortspezifische Due Diligence abschließen, um die Vision eines "Weltklasse‑Stadions" nahe Wolf Lake in Hammond zu untermauern.
Zugleich betont die Franchise, dass das Projekt nicht nur für Indiana gedacht sei: Man sehe einen "erstklassige Veranstaltungsort für ganz Chicagoland" und ein Ziel für Fans aus der ganzen Welt. Öffentliche Auftritte von Teambossen bei der jüngsten Abstimmung im Parlament gab es allerdings nicht, auf das jüngsten House‑Vote reagierte die Organisation zunächst gar nicht.
Was bedeutet das für Chicago?
Die Bears tragen ihre Heimspiele seit Jahrzehnten im traditionsreichen Soldier Field aus, das Stadion gilt jedoch als veraltet und schwer ausbaubar. In Illinois waren verschiedene Neubau‑ und Renovierungsvarianten im Gespräch, wirklich Fahrt nahm keiner der Pläne auf. Genau hier setzt Indiana an: mit klaren Strukturen, einer eigenen Stadionbehörde und politischer Einigkeit.
Für Chicago und den Bundesstaat Illinois steht viel auf dem Spiel - ein möglicher Abgang der Bears würde nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ein gewaltiges Loch reißen. Noch ist keine endgültige Entscheidung gefallen, doch die Dynamik spricht aktuell klar für Hammond: Die politische Infrastruktur steht, die Bears sind öffentlich interessiert - nun geht es um Verträge, Finanzierung und darum, ob die NFL einem weiteren spektakulären Umzug grünes Licht gibt.








