Geld mag Tore schießen - aber fährt es auch Grand-Prix-Siege oder gar WM-Titel in der Formel 1 ein? F1-Experte Ralf Schumacher äußert sich vor dem Saisonstart zur prekären Lage des finanziell wie personell mächtig aufgerüsteten Krisen-Teams Aston Martin - und sieht ein großes Problem.
Der kanadische Milliardär Lawrence Stroll hat seine mächtige Schatulle weit aufgemacht, um aus Aston Martin einen titelfähigen Formel-1-Rennstall zu machen.
Neben einer modernen Fabrik hat Stroll dutzende Top-Techniker und Ingenieure der Konkurrenz angeworben, allen voran Design-Guru Adrian Newey, dessen Genie die britisch Racing-Grünen an die Spitze katapultieren soll.
Nach den Testfahrten in Bahrain herrscht allerdings Krisenstimmung bei Aston Martin. Fernando Alonso und Lance Stroll kamen im AMR26 kaum zum Fahren, und wenn der Bolide mal rollte auch nicht wirklich auf Touren.
Vor dem Saisonstart in Melbourne ziert Aston Martin in mehreren Power Rankings gar den letzten Platz vor den Neulingen Cadillac und Audi.
"Lawrence Stroll hat viel richtig gemacht", lobt F1-Experte Ralf Schumacher in "Sport Bild" den Stroll-Ansatz zwar, Aston Martin mit viel Geld aufzurüsten. "Aber: Die Formel 1 ist kein normales Business. Du kannst Erfolg nicht einfach kaufen, das Team muss auch harmonieren", mahnt der sechsmalige Grand-Prix-Sieger.
Formel 1 "verschlingt Unsummen an Geld"
Für Aston Martin und Oberboss Stroll sieht Schumacher ein schwerwiegendes, grundsätzliches Problem. "Aston Martin als Automarke schreibt tiefrote Zahlen. Die Formel 1 verschlingt Unsummen an Geld."
Angesichts dieser Lage müsse das Formel-1-Team der Luxusmarke liefern, wenn es eine Zukunft in der Formel 1 haben will. Andernfalls werde Stroll den Stecker ziehen. "Irgendwann muss der Cashflow stimmen, sonst geht dem Projekt die Luft aus", sagte der 50-Jährige.


