Im Herbst 2022 enthüllte der "Spiegel" die skandalösen Methoden von Ex-BVB-Coach André Fuhr. Nun sprach der Handball-Trainer über die Folgen der schweren Vorwürfe.
Die ehemaligen Nationalspielerinnen Mia Zschocke und Amelie Berger haben vor rund vier Jahren schwere Vorwürfe gegen den damaligen Trainer von Borussia Dortmund erhoben und damit großen Wirbel entfacht.
In der Folge meldeten sich weitere Spielerinnen, die nach eigenen Angaben psychisch unter den Trainingsmethoden von Fuhr gelitten hatten. Zur Last gelegt wurde dem Trainer neben dem ständigen Psychoterror und dem Missbrauch seiner Machtposition unter anderem sexuelle Belästigung.
Im Interview mit der "Sport Bild" sprach Fuhr nun über die Folgen des Skandals.
"Dadurch ist eine mediale Welle losgetreten worden, die ausschließlich in eine Richtung gegangen ist und die mir bildlich gesehen den Kopf abgerissen hat", blickte der 54-Jährige zurück und ergänzte: "Die Situation war und ist einfach total surreal. Ich habe den Job beim BVB aufgegeben, ich habe den Job als Juniorinnen-Nationaltrainer verloren. Ich habe eigentlich alles verloren, was mein Leben ausgemacht hat."
Fast drei Jahre nach dem Bekanntwerden der Anschuldigungen einigten sich der Deutsche Handballbund und Fuhr in einem Mediationsverfahren vor dem Oberlandesgericht Hamm. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt.
"Man hat mich behandelt wie einen Schwerverbrecher"
Positive Auswirkungen hatte das für Fuhr nicht. "Trotzdem bleibt ewig etwas hängen. Dabei ist es bei mir so, dass sich die Vorwürfe alle außerhalb des strafrechtlichen Bereichs bewegt haben. Dennoch hat man mich behandelt wie einen Schwerverbrecher", sagte er.
Der Trainer, der mittlerweile beim Männer-Oberligisten VfL Mennighüffen tätig ist, führte weiter aus: "Es gab wirklich dunkle Tage. Ich habe im Handball keine Chance. Ich habe aber offensichtlich auch in allen anderen Jobs keine Chance. Und da frage ich mal: Wie soll ich weiterleben? Und was ist eigentlich meine Strafe wofür? Ist das lebenslänglich? Ist das eigentlich angemessen oder verhältnismäßig?"
Einen Job im Profibereich findet Fuhr seit Jahren nicht. "Ich bin immer schon an der Tür abgeprallt, trotz intensiver Bemühungen, auch meines Agenten. Ich bin immer wieder an dieser Geschichte gescheitert", berichtete er: "Wenn man meinen Namen googelt, glaubt man, ich sei ein Schwerverbrecher. Vernichtend."




















