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Für DSV-Stars "war mehr drin"

"Farce" im Skispringen sorgt weiter für Kritik

Nahmen am Super-Team-Wettbewerb der Skispringer teil: Philipp Raimund (l.) und Andreas Wellinger
Nahmen am Super-Team-Wettbewerb der Skispringer teil: Philipp Raimund (l.) und Andreas Wellinger
Foto: © IMAGO/Lise serud
24. Februar 2026, 08:34
sport.de
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Der Abbruch des Super-Team-Wettkampfs der Skispringer bei den olympischen Wettbewerben in Predazzo führt weiterhin zu Kritik.

"Jeder Weltcup wird bei solchen Bedingungen eine halbe Stunde lang unterbrochen. Dass man den Wettbewerb abgebrochen hat, war eigentlich eine Farce", sagte die deutsche Skisprung-Ikone Jens Weißflog bei "ran.de".

Heftiger Schneefall hatte den Wettkampf von der Großschanze erschwert. Der Abbruch erfolgte, weil der Schnee die Anlaufspur verlangsamte und ein fairer Wettkampf zu diesem Zeitpunkt nach Ansicht des Weltverbandes FIS nicht möglich war.

Das deutsche Team mit Philipp Raimund und Andreas Wellinger lag zu diesem Zeitpunkt auf Medaillenkurs. Die beiden sowie DSV-Sportdirektor Horst Hüttel äußerten sich im Anschluss mit deutlichen Worten zu der extrem umstrittenen Entscheidung.

Es blieb damit bei einer einzigen Olympia-Medaille für die deutschen Skispringerinnen und Skispringer: Gold für Raimund von der Normalschanze. "Der Deutsche Skiverband hat sich sicherlich mehr erhofft", sagte Weißflog. Man sei bei den vierten Plätzen im Mixed und Super Team lediglich "nahe dran gewesen", so der 61-Jährige. "Dort hat man sicherlich eine Medaille erwartet."

Von einer Enttäuschung könne man aber nicht sprechen, betonte Weißflog. "Es spielen viele Dinge an so einem Tag eine Rolle. Beim Mixed hatte man es selbst in der Hand und hat es nicht geschafft. Das muss man auch auf die eigene Kappe nehmen. Im Super Team war mehr drin, wenn man den Wettkampf durchgezogen hätte."

Nicht nur im Skispringen: Weißflog moniert "viele vierte Plätze"

Über alle Sportarten hinweg gesehen sei bei den Winterspielen aus deutscher Sicht "nicht alles zufriedenstellend" verlaufen, urteilte Weißflog. Er monierte "viele vierte Plätze" und sagte: "Platz vier ist zwar nur knapp an einer Medaille vorbei, zählt aber nicht. Für den Sportler selbst kann es ein sehr guter Erfolg sein, auch wenn es in dem Moment nicht zu einer Medaille gereicht hat. Das muss man auch differenziert sehen."

Um zukünftig wieder eine bessere Bilanz zu erzielen, sprach sich Weißflog für mehr finanzielle Mittel zur Förderung des Leistungssports aus. "Wir werden mit noch mehr Kürzungen im Sportbereich nicht mehr Medaillen erreichen können. Wir hatten ein Leistungssportkonzept nach dem anderen gehabt in den letzten Jahren. Ich gehe aber nicht davon aus, dass die finanziellen Mittel mehr geworden sind", sagte der dreimalige Olympiasieger.

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