Nach dem 1:2 im Kellerduell beim FC St. Pauli taumelt Werder Bremen Richtung Abstieg, auch der Trainerwechsel ist bislang wirkungslos geblieben. Die Mannschaft wirkt mit der Situation völlig überfordert, 13 Spiele in Folge ohne Sieg haben Spuren hinterlassen. Umso schwerer zu begreifen ist die Passivität der Grün-Weißen auf dem Winter-Transfermarkt - trotz angeblicher Handlungsfähigkeit. Ein Kommentar.
"Selbstvertrauen haben wir aktuell null Komma null - und das sieht man auch" - Werder Bremens Kapitän Marco Friedl nahm nach der bitteren Pleite am Millerntor kein Blatt vor den Mund.
Dem österreichischen Abwehrchef war ebenso wie seinen Teamkollegen anzumerken, wie schwer der Rucksack wiegt, den die SVW-Profis nach 13 sieglosen Bundesliga-Spielen tragen.
Nach dem Absturz auf einen direkten Abstiegsplatz wird der Gang in die Zweitklassigkeit immer wahrscheinlicher, auch wenn noch elf Partien zu spielen sind. Es gibt schlicht und ergreifend kaum Hoffnungsschimmer an der Weser.
Auffällig: Auch unter Daniel Thioune, der den glücklosen Horst Steffen abgelöst hatte, wirkt das Team total verkrampft, leistet sich hinten wie vorne schwere Aussetzer.
Der neue Trainer ist zwar bemüht, Optimismus vorzuleben, scheint bei dem konfus zusammengestellten Kader, der zu gut einem Drittel aus Leihspielern besteht und für vollkommen unterschiedliche Systeme geeignet ist, aber auch an seine Grenzen zu stoßen. Wie oft Spieler positionsfremd aufgeboten werden, ist ungewöhnlich.
Werder Bremen war "handlungsfähig" - blieb aber passiv
Allem Anschein nach rächt sich jetzt die Bremer Passivität auf dem Transfermarkt. Einzig Jung-Stürmer Jovan Milosevic wurde im Winter verpflichtet - "natürlich" auch auf Leihbasis -, um den verletzten Victor Boniface zu ersetzen.
Weitere Zugänge blieben aus, obwohl in nahezu allen Mannschaftsteilen akuter Bedarf herrscht. Im Mittelfeld gibt es keine Alternativen zu den extrem formschwachen Senne Lynen, Jens Stage und Romano Schmid. Ganz vorne muss Marco Grüll den Aushilfs-Neuner geben, weil die nominellen Mittelstürmer Milosevic und Keke Topp nach Einschätzung von jetzt schon zwei Trainern nicht in der Lage zu sein scheinen, von Anfang an zu helfen.
Bleibt zu klären, wieso nur Werder-Sportchef Clemens Fritz im Januar nicht mehr ins Risiko ging, um dem Kader frischen Wind zu verleihen. "Wir waren handlungsfähig, haben aber genug Vertrauen in unseren Kader", sagte der höchst umstrittene Fritz unlängst auf Nachfrage der "Deichstube".
Diesen Vertrauensvorschuss haben die Spieler nicht einmal ansatzweise gerechtfertigt. Jetzt steht Werder mit einer völlig verunsicherten Mannschaft am Abgrund, obwohl Transfers offenkundig machbar gewesen wären. Welch ein Trauerspiel!






























