Laura Nolte bleibt die unangefochtene Bob-Königin - und will nun doch weitermachen.
Beschwipst vom ersten Tropfen Alkohol seit Monaten und dem Gefühl der Unbesiegbarkeit schwang Bob-Königin Laura Nolte gelöst das Tanzbein. Zu Deutschrap-Klängen hüpfte die 27-Jährige mit Anschieberin Deborah Levi im Deutschen Haus von Cortina d'Ampezzo auf und ab, die Goldmedaille baumelte an ihrem Hals.
"Es wird nicht viele Getränke brauchen", sagte Nolte, die nach ihrem Olympia-Triumph im Zweier endlich loslassen konnte - aber schon die nächsten Ziele im Blick hatte.
Eigentlich, erzählte Nolte, sei der Plan gewesen, nach den Olympischen Winterspielen in Norditalien aufzuhören. "Ich glaube, das haben wir uns jetzt beide so ein bisschen anders überlegt. Es macht einfach noch super viel Spaß", sagte Nolte, nachdem sie mit Levi zum zweiten Olympiasieg in Folge im großen Frauen-Schlitten gerast war. Und ein möglicher Gold-Hattrick 2030 in den französischen Alpen?
"La Plagne hat natürlich einen besonderen Platz in unserem Herzen. Da hatten wir unseren ersten Weltcupsieg zusammen. Also ja, gucken wir mal, was die Zukunft bringt", sagte Nolte, die in Cortina im Monobob dazu Silber gewonnen hatte, mit einem verschmitzten Lächeln.
"Wir sind die Gejagten"
Seit vier Jahren ist die in Frankfurt am Main lebende Athletin nun die unangefochtene Bob-Königin, ihr Ausnahmekönnen stellte sie in den Dolomiten einmal mehr unter Beweis.
Seit ihrem Durchbruch in Peking 2022 gewann Nolte im Zweier viermal den Gesamtweltcup und einen WM-Titel. Ihrem Erfolg ordnete Nolte alles unter, trank seit der WM im März 2025 keinen Schluck Alkohol mehr. In Cortina lag sie nach vier Läufen deutliche 0,53 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Lisa Buckwitz. Schon im Weltcup hatte sie fünf von sieben Saisonrennen gewonnen.
"Wir wissen, wir sind die Gejagten. Die anderen wissen: Sie müssen etwas Besonderes schaffen, um uns zu schlagen", sagte Nolte. Das soll auch in den kommenden Jahren so bleiben - vielleicht sogar bis zu den nächsten Winterspielen in Frankreich.
Mit Buckwitz, die nach Olympiagold als Anschieberin von Mariama Jamanka 2018 in Pyeongchang nun eine Medaille als Pilotin gewann, bleibt eine starke Konkurrentin erhalten. "Ich fahre auf jeden Fall noch weiter", betonte die 31 Jahre alte Buckwitz: "Mal schauen, wie viele Jahre noch. In diesem Moment kann ich mir nicht vorstellen, 2030 an den Start zu gehen. Aber man weiß nie."



