Dem deutschen Biathlon-Team droht bei Olympia ein historisch schlechtes Abschneiden. Sportdirektor Felix Bitterling gibt zu, dass vieles nicht nach Plan gelaufen ist. Einen Vorwurf der Öffentlichkeit will er allerdings nicht teilen.
Wenn es um die Olympia-Bilanz des deutschen Biathlon-Teams geht, kann sich selbst Sportchef Felix Bitterling nicht vollumfänglich vor die Mannschaft stellen. "Wir sind auch enttäuscht", hielt er am Freitag im "ZDF"-Interview fest.
Die Alarmglocken, so Bitterling weiter, schrillen bei ihm aber dennoch "nicht wahnsinnig laut". Viele Probleme, die sich in den Olympia-Tagen gezeigt haben, seien schon vorher bekannt gewesen. Man habe auch daran gearbeitet, "aber wir müssen uns ganz klar auf die Fahne schreiben, dass wir es hier bei diesem Event einfach nicht geschafft haben, mit der Mannschaft, die wir haben, unsere Top-Leistung abzurufen", gab er zu.
Individuelle wie strukturelle Probleme seien einfach vorhanden, so Bitterling. "Das eine ist der Status quo, die Mannschaft, die wir hier haben und wo es darum geht, dass die ihr Bestes abrufen kann. Diese Mannschaft, die hier ist, kann mehr als sie gezeigt hat. Das ist ganz klar eine Sache, die wir analysieren müssen, um es für die nächsten Jahre einfach besser zu machen", mahnte er.
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Dass dem Team der letzte Biss, der letzte Wille in manchen Momenten gefehlt hat, glaubt Bitterling indes nicht.
"Das kann ich ganz klar verneinen. Alle, die hier sind, hängen sich mit allem rein und haben das große Ziel, Top-Leistung abzuliefern. Wo wir definitiv besser werden müssen, ist dieser mentale Bereich. Nicht nur, es vorzuhaben, sondern auch das Handwerkzeug zu haben, um es zu können. Da müssen wir uns auch als Verband hinterfragen, ob wir alles tun, um die Athleten in diese Situation zu bringen."
Vor dem abschließenden Massenstart der Frauen am Samstag (14:15 Uhr/ARD und Eurosport) hat das deutsche Biathlon-Team insgesamt nur eine Medaille gewonnen. Bleibt es auch nach elf Wettbewerben bei Bronze in der Mixed-Staffel, wäre das schwächste deutsche Abschneiden bei Olympia perfekt. Seit Frauen und Männer bei Winterspielen 1992 gemeinsam antreten, hatte es zuvor immer mindestens zweimal für das Podest gereicht.







