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Der Transfermarkt der NFL

Alles Wissenswerte zur NFL Free Agency

Mike Evans könnte die Tampa Bay Buccaneers als Free Agent verlassen
Mike Evans könnte die Tampa Bay Buccaneers als Free Agent verlassen
Foto: © IMAGO/Jefferee Woo
25. Februar 2026, 12:39

Bevor die NFL den vollen Fokus auf den Draft Ende April legt, steht erstmal die Free Agency an, sozusagen der Transfermarkt der NFL. sport.de erklärt alles, was Ihr dazu wissen müsst.

NFL: Was ist die Free Agency?

In der NFL entspricht die Free Agency im Prinzip einem Transferfenster. Sobald Verträge von Spielern auslaufen, die bereits mindestens vier Jahre in der Liga hinter sich haben, werden sie mit Beginn des neuen Liga-Jahres zu Free Agents – also Profis ohne gültigen Kontrakt. In dieser Phase dürfen sie mit anderen Franchises verhandeln und neue Arbeitspapiere unterzeichnen.

Dieses Modell existiert allerdings erst seit 1993. Zuvor gab es keine klassische Free Agency: Spieler gelangten nur dann auf den Markt, wenn ihr Klub sie entließ. Wechsel fanden sonst ausschließlich per Trade statt, also durch Tauschgeschäfte zwischen den Teams.

NFL: Wann startet die Free Agency?

Offiziell startet die Free Agency erst mit dem Beginn des neuen Liga-Jahres in der NFL. Im Jahr 2026 ist dies am 11. März um 21 Uhr MEZ. Tatsächlich aber beginnt die inoffizielle Free Agency bereits zwei Tage zuvor, nämlich am 9. März um 17 Uhr MEZ. Von da an können angehende Free Agents über ihre Agenten mit Teams verhandeln - Verträge dürfen allerdings erst ab dem Start des Liga-Jahres geschlossen werden. Das führt in der Regel dazu, dass etwaige Einigungen auf Verträge zwar von den Agenten an die Presse geleakt werden, Teams und Spieler dies aber bis zum Stichtag nicht offiziell kommunizieren.

Spieler, die keinen Agenten haben und sich selbst vertreten, dürfen derweil ebenfalls ab dem 9. März mit Funktionären der Teams reden, jedoch nicht mit Mitgliedern des Coaching Staffs.

Wichtig ist es auch zu wissen, dass jeglicher Kontakt zwischen angehenden Free Agents und deren Agenten mit anderen Teams bis zum 9. März strikt untersagt ist. Wer dabei erwischt wird, muss in der Regel mit Sanktionen rechnen.

sport.de wird die komplette erste Woche der Free Agency im LIVETICKER begleiten!

NFL: Die verschiedenen Arten von Free Agents

Der Unrestricted Free Agent

Die gebräuchlichste und für die Kaderplanung wichtigste Form des Free Agents ist der sogenannte Unrestricted Free Agent. Diese Spielerkategorie umfasst Profis, die mindestens vier anrechenbare NFL‑Spielzeiten ("Accrued Seasons") absolviert haben und deren Vertrag nach der vergangenen Saison ausgelaufen ist. Wurde ein solcher Spieler nicht mit einem Franchise Tag oder Transition Tag belegt, kann er ohne Einschränkungen mit allen 32 Teams verhandeln und bei jedem Klub einen neuen Vertrag unterschreiben.

Doch was genau ist eine "Accrued Season"? Eine Saison wird einem Spieler dann gutgeschrieben, wenn er in mindestens sechs Partien eines Jahres zum 53‑Mann‑Kader eines NFL‑Teams gehört - ohne dass er dafür zwingend aktiv im Spieltagskader stehen muss. Ebenfalls zählt eine Spielzeit, wenn sich der Spieler die komplette Saison über auf der Injured Reserve List (IR) oder der Physically Unable to Perform List (PUP) befindet. Kein Anrecht auf eine angerechnete Saison besteht hingegen bei einem Jahr auf der Non‑Football Injury List (NFI) oder der Commissioner’s Exempt List.

Der Restricted Free Agent

Ein Restricted Free Agent ist ein Spieler mit auslaufendem Vertrag, der im Unterschied zu einem UFA nur drei anrechenbare Spielzeiten vorzuweisen hat. Er erfüllt damit noch nicht die erforderliche Anzahl an "Accrued Seasons", um als Unrestricted Free Agent auf den Markt zu kommen. Häufig betrifft das Akteure, die nicht gedraftet wurden und ihren Einstieg über einen Undrafted‑Free‑Agent‑Deal geschafft haben, da sie in der Regel nur Dreijahresverträge erhalten, während gedraftete Spieler standardmäßig vier Jahre gebunden sind.

Für RFAs bedeutet das: Sie dürfen zwar mit anderen Teams sprechen, haben aber nicht vollständig freie Wahl, wo sie in der folgenden Saison spielen. Zum einen kann ihr bisheriges Team einen standardisierten Einjahresvertrag in Form eines RFA‑Tenders platzieren, der in seiner Wirkung einem Franchise Tag ähnelt. Zum anderen dürfen sie zwar Offer Sheets anderer Franchises unterschreiben, doch der aktuelle Klub hat das Recht, dieses Angebot zu matchen und denselben ausgehandelten Vertrag zu übernehmen - ein Spieler kann also formal bei Team B unterschreiben, während Team A sich den identischen Vertrag sichern und ihn damit halten kann.

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Der Exclusive Rights Free Agent

Exclusive Rights Free Agents stellen einen weiteren Sonderfall dar. Dabei handelt es sich um Spieler mit ausgelaufenem Vertrag, die höchstens zwei "Accrued Seasons" gesammelt haben. Diese Profis besitzen praktisch keine Wechseloptionen: Bietet ihr aktuelles Team ihnen ein weiteres Arbeitspapier zum jeweiligen Ligaminimum entsprechend ihrer Dienstzeit an, sind sie für ein zusätzliches Jahr an diesen Klub gebunden.

Der Undrafted Free Agent

Der Vollständigkeit halber erwähnen wir auch noch den Undrafted Free Agent (UDFA). Das sind alle Spieler, die Ende April zwar zum Draft gemeldet waren, aber nicht gezogen werden. Teams können diese unbegrenzt und zu frei verhandelbaren Konditionen - im Rahmen des Minimalgehalts - unter Vertrag nehmen. Ihr Vorteil ist es, dass sie selbst entscheiden können, wo sie hingehen - im Gegensatz zu den Spielern, die gedraftet werden.

NFL: Die Top-Free-Agents 2026

Wie üblich gibt es auch in diesem Jahr wieder einige größere Namen, die auf den Markt kommen werden. Hier ist eine Auswahl derer, die wohl das größte Interesse auf sich ziehen werden:

Die Top-Free-Agents 2026
SpielerPositionBisheriges Team
Trey HendricksonEdge RusherCincinnati Bengals
Breece HallRunning BackNew York Jets
Jaelan PhillipsEdge RusherPhiladelphia Eagles
Daniel JonesQuarterbackIndianapolis Colts
Tyler LinderbaumCenterBaltimore Ravens
Mike EvansWide ReceiverTampa Bay Buccaneers
Kenneth Walker IIIRunning BackSeattle Seahawks
Malik WillisQuarterbackGreen Bay Packers
Alec PierceWide ReceiverIndianapolis Colts

Die Salary Cap in der NFL

Spricht man über Free Agency, kommt man am Thema Salary Cap und Cap Space nicht vorbei. In der NFL gilt eine Gehaltsobergrenze, die strenger geregelt ist als in anderen US‑Profiligen: Es handelt sich um einen "Hard Cap", es existieren also keine Ausnahmeregeln wie etwa in der NBA. Jedes Team verfügt nur über einen festen Rahmen, der ab Beginn des neuen Liga‑Jahres nicht mehr überschritten werden darf.

Für die Saison 2026 liegt dieses Limit bei voraussichtlich 303,5 Millionen Dollar pro Franchise. Einige Teams haben effektiv aber mehr Spielraum, weil sie ungenutzten Cap Space aus vorherigen Jahren in die neue Spielzeit übertragen dürfen. Der verfügbare Cap Space ergibt sich grundsätzlich aus der jeweiligen (gegebenenfalls angepassten) Team Salary Cap abzüglich des sogenannten Active Cap Spending sowie des Dead Money.

Die Team Salary Cap bezeichnet den Gesamtbetrag, der einem Klub für Spielerkompensationen zur Verfügung steht - im Jahr 2026 sind das die genannten wahrscheinlich 303,5 Millionen Dollar plus ein möglicher Übertrag aus der Vorsaison. Active Cap Spending umfasst die Summe der Cap‑Belastung für alle Spieler, die aktuell unter Vertrag stehen. Dead Money wiederum ist jenes Geld, das weiterhin gegen den Salary Cap zählt, obwohl der betreffende Spieler nicht mehr Teil des Kaders ist - typischerweise aus noch nicht vollständig verbuchten Garantien oder Bonuszahlungen.

New England Patriots
New England Patriots
Patriots
13
0
0
0
13
Seattle Seahawks
Seattle Seahawks
Seahawks
29
3
6
3
17
00:30
Mo, 09.02.
Beendet
vollständiger Spielplan

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