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Nach sieben Jahren in der Wüste

So lösen die Cardinals ihr Murray-Problem

Kyler Murrays Zukunft in Arizona steht auf der Kippe
Kyler Murrays Zukunft in Arizona steht auf der Kippe
Foto: © IMAGO/Mark J. Rebilas
26. Februar 2026, 13:04

Die Arizona Cardinals starten in der NFL-Saison 2026 einen Neuanfang mit neuem Head Coach und neuem Trainerstab. Gerüchten zufolge soll Quarterback Kyler Murray in den Planungen nicht mehr unbedingt eine Rolle spielen. Wie es zur kolportierten Trennung kommt, ist jedoch noch offen.

Kyler Murray steht bei den Cardinals noch bis zum Ende der Saison 2028 unter Vertrag. Das war das Ergebnis einer im Jahr 2022 unterzeichneten Vertragsverlängerung um fünf Jahre und 230 Millionen Dollar. Und schon damals galt dieser Vertrag als ziemlich stabil.

Bei Unterschrift waren ihm schon 103,3 Millionen Dollar garantiert und selbst im Jahr 2026 stehen ihm noch garantierte Gelder in Höhe von insgesamt 36,8 Millionen Dollar zu, die sich auf sein Jahresgehalt (22,835 Mio.) sowie den Großteil seines Roster Bonus (13,963 Mio. von 17 Mio.) aufteilen. Fällig wird der komplette besagte Bonus am fünften Tag des Liga-Jahres 2026 (15. März). Hinzu kommt am 15. März jedoch noch ein weiteres Problem: Sollte Murray an dem Tag noch im Kader stehen, würde sein gesamtes Gehalt (19,5 Millionen Dollar) für die Saison 2027 auch noch voll garantiert werden. Eine gewisse Eile ist also geboten.

Sein Cap Hit 2026 beträgt bei alledem 52,66 Millionen Dollar, was für Quarterback-Verhältnisse heutzutage moderat ist.

Die Krux ist jedoch, dass Murray zuletzt bis zu seinem verletzungsbedingt frühen Saison-Aus im Vorjahr (nur 5 Spiele) die Erwartungen nicht mehr erfüllte. Erschwerend kam hinzu, dass die Offense im Vorjahr mit Backup Jacoby Brissett under Center sogar effizienter funktionierte und Murray scheinbar auch keine allzu gute Connection zu Wide Receiver Marvin Harrison Jr. - seines Zeichens der erhoffte Heilsbringer für eine lange schwächelnde Offense - in dessen ersten beiden Saisons hatte. 

Trennung leichter als bei Tua

Unterm Strich stehen die Zeichen deshalb auf Trennung, die Frage ist nur, wie diese von statten gehen soll. Ganz so schwierig wie etwa bei Tua Tagovailoa wird sich dieses Unterfangen nicht gestalten, da Murrays Vertrag weiter fortgeschritten ist und das Jahr 2028 zudem eigentlich nur ein teamseitiges Option-Jahr ist. Doch müssten die Cardinals bei einer Entlassung in diesem Jahr immer noch Dead Money in Höhe von rund 54,7 Millionen Dollar schlucken, was auch ein Minus von überschaubaren rund zwei Millionen Dollar im diesjährigen Cap nach sich zöge.

Geht man diesen Schritt jedoch direkt zu Beginn des neuen Liga-Jahres, würde man eben auch noch etwas mehr als drei Millionen Dollar des besagten Roster Bonus einsparen - und eben die Garantie für 2027 vermeiden. Für eine Organisation, die ihre Spieler für die Verpflegung im eigenen Trainingszentrum in der Offseason zur Kasse bittet, sicherlich kein unwesentlicher Faktor. Und es wäre auch die einfachste Lösung, um unter die Murray-Ära einen schnellen Schlussstrich zu ziehen, denn eine formelle Entlassung nach dem 1. Juni (Post-June-1-Cut) brächte nur geringfügig bessere Konditionen für die anstehende Saison: der Dead-Cap-Hit würde für 2026 auf 47,5 Millionen Dollar sinken und man würde Cap Space in Höhe von knapp über fünf Millionen Dollar einsparen - beides recht überschaubare Unterschiede. 

Sehr attraktiv für die Cardinals und wahrscheinlich äußerst unattraktiv für ein anderes Team wäre hingegen ein Trade. Denn ein solcher würde die Cap-Last der Cards in dieser Saison um satte 34,7 Millionen Dollar senken (Dead Money: 17,9 Millionen Dollar). Doch so gerne man einen solchen Trade einfädeln würde, so unwahrscheinlich ist dieses Szenario, denn offenkundig hat man diesen Spieler, der seit 2023 nur 30 von 51 möglichen Spielen absolviert hat, sportlich abgeschrieben. Welches andere Team soll also ein Reklamationsprojekt mit einem solchen Preisschild aufnehmen und dann auch noch irgendeine Kompensation in Form von Picks oder einem Spieler zahlen?

Video: Die Highlights der NFL-Saison

Am Ende bleibt wohl nur eine Entlassung

Möglich ist auch ein Deal, der beinhaltet, dass die Cardinals bis zu 21,5 Millionen Dollar seines Jahresgehalts in einen Signing Bonus umwandeln und ihm diese Summe vor einem Trade auszahlen würden. Ein neues Team müsste dann nur noch das Minimalgehalt von 1,3 Millionen Dollar übernehmen - und besagte 19,5 Millionen für 2027. Doch das - die 1,3 Mio. 2026 - wäre aufgrund von Offsets im Vertrag auch der Fall, wenn Murray einfach entlassen werden würde. Teams, die interessiert sind, könnten sich in dem Wissen also eine Draftpick-Kompensation sparen. 

Und ein Trade würde für die Cardinals nach so einem Manöver eben auch das anfallende Dead Money wieder erhöhen und man würde auch damit wieder bei rund 52 Millionen Dollar landen. Etwas weniger als bei einer direkten Entlassung, aber auch hier dürften Aufwand und Ertrag in keinem gesunden Verhältnis stehen. 

Letzten Endes bleibt den Cardinals am Ende wohl auch nur eine Entlassung ihres bisherigen Franchise-Quarterback, den sie im Draft 2019 mit dem ersten Pick insgesamt gezogen haben. Jedenfalls dann, wenn sie ihn wirklich loswerden und einen kompletten Neustart starten wollen.

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