Etwas mehr als fünf Jahre verbrachte Dennis Aogo in seiner Profikarriere beim HSV. Im August 2013 wurde der damalige Nationalspieler von den Rothosen aussortiert und zum FC Schalke transferiert. Grund dafür war eine Reise nach Mallorca und ein Beweisfoto, das durch die Medien ging.
Der August 2013 ist Dennis Aogo bis heute ganz genau in Erinnerung geblieben. Der frühere Nationalspieler stand damals zu Beginn des Monats noch beim HSV unter Vertrag. Ende des Monats trug er das Trikot des FC Schalke 04. Die Gründe für seinen unfreiwilligen Wechsel waren keine sportlichen, sondern eine Kurzreise nach Mallorca.
In der aktuellen Ausgabe des "Behind The Athletes"-Podcasts erinnerte sich Aogo an die folgenschwere Tage im Sommer 2013 zurück und schilderte, wie die ganze Geschichte genau ablief.
"Daraus haben die dann eine Hetzjagd gemacht"
Los ging damals alles mit einer verheerenden 1:5-Niederlage des HSV gegen Hoffenheim. "Wir haben verloren, die Stimmung war schon wieder katastrophal, weil die Ambitionen des HSV damals riesig waren", erklärte Aogo im Gespräch mit dem Sportbusiness-Experten Mark Hartmann.
Trainer Thorsten Fink hielt den Profis anschließend eine Standpauke. "Er hat gesagt: 'Ich bin sauer auf euch und will euch ein paar Tage nicht mehr sehen'. Er hat zwei oder drei Tage frei gegeben", erklärte Aogo: "Was habe ich gemacht? Ich bin mit meiner damaligen Freundin nach Mallorca geflogen, auch zu einem Gespräch mit meinem Berater, der auch da war."
Genau über diesen Flug sollte der gebürtige Karlsruher wenige Tage später stolpern.
"Ein Leserreporter hat mich am Flughafen fotografiert und das Foto der Bild-Zeitung geschickt. Daraus haben die dann wirklich eine Hetzjagd gemacht. Es war drei Tage lang in der Bild-Zeitung. Sie haben deutschlandweit Trainer gefragt, ob sie es in Ordnung finden, dass ein Spieler, wenn er frei bekommt, einfach nach Mallorca fliegen kann", so Aogo, der die ganze Geschichte als "Wahnsinn" bezeichnete.
"Will der mich eigentlich verarschen?"
Vom HSV wurde Aogo anschließend zunächst für ein Spiel suspendiert. "Aufgrund des medialen Drucks", wie der heute 39-Jährige erklärte.
Mehr "Behind The Athletes"-Content:
"Das Schlimme ist, dass der Trainer in der Mannschaftsbesprechung, in der verkündet wurde, dass ich für das Wochenende suspendiert wurde, vor allen gesagt hat: 'Dennis, tut mir leid, ich kann nichts dafür. Ich wäre auch fast nach Mallorca geflogen.' Das hat er vor der ganzen Mannschaft gesagt. Das war für mich: Will der mich eigentlich verarschen?", erinnerte sich Aogo an den Moment in der Kabine zurück.
Wie Aogo beim FC Schalke landete
Nur eine Woche später sei er plötzlich bei einem neuen Verein gewesen, dem FC Schalke. "Das war für mich die skurrilste Situation überhaupt", so Aogo.
Schalke, das damals in der Champions League spielte, habe Ersatz für den verletzten Christian Fuchs gebraucht. Da er nach seiner Mallorca-Reise in aller Munde und sein HSV-Image beschädigt war, war es ein offenes Geheimnis, dass er auf dem Markt war. "Da hat es mir sogar geholfen, dass das Thema medial so aufgebauscht wurde", schilderte der zwölfmalige Nationalspieler, wie seine fünfjährige HSV-Reise letztlich binnen einer Woche endete.
Was Dennis Aogo heute macht, warum er wie viele andere Ex-Profi in Dubai lebt und Vieles mehr, erzählt er in der aktuellen Ausgabe des "Behind The Athletes"-Podcast, der unter anderem auf Spotify (hier entlang) und Youtube (hier entlang) zu hören und sehen ist.
Behind the Athletes vereint Sport, Business und High Performance. Wir analysieren, wie Top-Performer aus Sport und Wirtschaft ticken, entschlüsseln Erfolgsprinzipien aus dem Sportbusiness und übersetzen echte Geschichten in konkrete Learnings für Alltag, Karriere und Unternehmertum.































