Nach dem nächsten Fiasko von Franziska Preuß am Schießstand wollte beim deutschen Biathlon-Team niemand Fingerpointing betreiben und auf eine Einzelne zeigen. Stattdessen stellte sich Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer demonstrativ vor seine Athletin und fand nach dem vierten Platz im olympischen Staffelrennen der Frauen deutliche Worte.
"Ich möchte jetzt nicht ihr die Schuld zuweisen, dass es mit der Medaille nicht funktioniert hat", sagte Mehringer nach Rang vier am Mittwochnachmittag hinter Frankreich, Schweden und Norwegen.
Für den Bundestrainer steht fest: "Wir können nur als Team gewinnen oder als Team verlieren." Mehringer nimmt die 31-Jährige damit gezielt in Schutz, die bislang Olympische Spiele zum Vergessen in Antholz erlebt und mit ihrer Strafrunde nach dem Stehendschießen einen weiteren Tiefpunkt erlebte.
Preuß war als zweite Läuferin für die deutsche Frauen-Staffel ins Rennen gegangen und hatte zunächst stark begonnen. Als Führende erreichte sie das Stehendschießen und damit jene Situation, die ihr in den vergangenen Tagen schon mehrfach zum Verhängnis geworden war. Auch diesmal lief es überhaupt nicht nach Plan.
Massenstart am Samstag als letzte Gelegenheit
Vier Fehler leistete sich die amtierende Gesamtweltcupsiegerin, die fällige Strafrunde kostete wertvolle Sekunden. Deutschland fiel weit zurück, der Traum von Edelmetall platzte. Im Ziel war Preuß nicht zum ersten Mal untröstlich.
Mehringer meinte in seiner Rennanalyse über Preuß' Leistung: "Wir haben leider auf der Strecke auch schon gesehen, dass sie nicht ganz so locker, entspannt ist", analysierte er. Die Anspannung sei spürbar gewesen, die Last der Erwartungen groß. Dennoch betonte er: "Sie hat ihr Bestes gemacht, hat versucht, dranzubleiben. Keiner hat aufgegeben, auch Franzi nicht."
Nach den bitteren Niederlagen von Antholz gehe es nun darum, zumindest im Massenstart noch einen versöhnlichen Olympia-Abschluss hinzubekommen: "Es ist uns wichtig, dass sie jetzt den Resetknopf drückt, der Massenstart steht noch an", sagte Mehringer mit Blick auf das letzte Rennen am kommenden Samstag (14:15 Uhr).




