Suche Heute Live
Skispringen
Artikel teilen

Skispringen

"Das Runterhungern ist brutal"

Skisprung-Superstar Prevc unter Verdacht

Hilft Skisprung-Dominator Domen Prevc mit Ozempic nach?
Hilft Skisprung-Dominator Domen Prevc mit Ozempic nach?
Foto: © IMAGO/Koji Aoki
18. Februar 2026, 17:08
sport.de
sport.de

Das unschöne Thema (Unter-)Gewicht löst rund um das Skispringen immer wieder Negativschlagzeilen aus. Olympiasieger Hans-Georg Aschenbach ist sich sicher: Superstar Domen Prevc und Co. helfen nach, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

"Der Magerwahn ist immer noch da", betonte der frühere DDR-Skispringer in einem Interview mit "Sport Bild". "Domen Prevc sieht nicht viel anders aus als früher Sven Hannawald und Martin Schmitt. Das Runterhungern ist brutal. Das macht dich zum kaputten Menschen. Ich schätze, viele Springer nehmen heute Ozempic, die Abnehmspritze. Die steht ja noch nicht auf der Dopingliste."

Mit Doping kennt Aschenbach sich aus. "Alle Kader waren in den staatlichen Plan zum Einsatz unterstützender Mittel im Leistungssport, wie es offiziell hieß, involviert – auch ich", schilderte der 74-Jährige, der 1976 in Innsbruck die olympische Goldmedaille für die DDR holte. "Bis 18 wussten wir nicht, was wir bekommen. Es gab sogenannte Vitamincocktails, die wurden bei Lehrgängen abends in Schüsseln verteilt. Wir haben nicht weiter nachgefragt, was da drin ist. Mit 18 wurdest du von einer Kommission eingeweiht."

Dann mussten die Skispringer eine Einverständniserklärung unterzeichnen, so Aschenbach. "Sonst wärst du aus dem Kader geflogen. Vor Wettkämpfen mussten wir immer zur Kontrolle nach Kreischa. Wer einen positiven Dopingtest hatte, blieb zu Hause."

Skispringen: DDR-Doping war "kontraproduktiv"

Er selbst habe zwei verschiedene Mittel bekommen, erläuterte Aschenbach. "Oral-Turinabol in Tablettenform, die berühmten blauen Pillen, und Primobolan als Spritze. Heute weiß man, dass das für einen Skispringer kontraproduktiv war. Die DDR-Ärzte damals dachten, Kraft bringt Weite. Aber das war nicht so. Leicht fliegt besser."

Mit der Einnahme von anabolen Steroide gehe aber immer eine Gewichtszunahme einher, sagte Aschenbach, der 1988 aus der DDR floh. "Sie haben uns richtig gemästet. Ich habe damals 72 Kilo gewogen bei einer Körpergröße von 1,75 Metern. Heutzutage undenkbar. Wenn ich aktuell Skispringer wäre, müsste ich 20 Kilo weniger wiegen, um eine Chance zu haben."

Newsticker

Alle News anzeigen