Es war schon bemerkenswert, dass Mark McMorris überhaupt am Start stand: Am Donnerstag vor Beginn der Olympischen Spiele war der kanadische Snowboarder schwer gestürzt, er verlor für kurze Zeit sogar das Bewusstsein. Für den Wettbewerb im Big Air meldete er sich ab, im Slopestyle aber wollte er knapp zwei Wochen nach seinem Crash seine großartige Karriere endlich mit einer olympischen Goldmedaille veredeln.
Doch nach dreimal Bronze in seiner Spezialdisziplin blieb dem 32 Jahre alten McMorris, bei den X-Games mit insgesamt zwölfmal Gold in beiden Disziplinen dekoriert, der Olympiasieg auch diesmal verwehrt - genau genommen war er in einem eher niveauarmen Wettbewerb als Achter chancenlos: 3,86 Punkte fehlten zur vierten Bronzemedaille, 6,91 zu der so sehr erhofften ersten goldenen.
Die Medaille, die McMorris wollte, ging an Su Yiming: Der 21 Jahre alte Chinese, vor vier Jahren in Peking Olympiasieger im Big Air und Zweiter im Slopestyle, siegte mit 82,41 Punkten knapp vor dem Japaner Taiga Hasegawa (82,13) und Jake Canter aus den USA (79,36). Su, ein früherer Kinderschauspieler, hatte in Livigno schon Bronze im Big Air gewonnen - im Slopestyle hätten zwei seiner drei Runs zum Sieg gereicht.


