Was für hässliche Szenen waren das am Dienstagabend im Estádio da Luz von Lissabon. Gerade hatte Vinicius Junior kurz nach der Pause zum 1:0 für Real Madrid beim Playoff-Hinspiel in der Champions League bei Benfica getroffen, da kam es zum Eklat.
Nach seinem Kunstschuss zum 1:0-Siegtreffer drehte Vinicius Junior ab und jubelte provokant per Tänzchen an der Eckfahne vor den Benfica-Fans.
Davon provoziert stürmten gleich mehrere Benfica-Profis auf die madrilenische Jubeltraube zu und attackierten den Real-Star verbal.
Der argentinische Offensivspieler Gianluca Prestianni soll sich dabei vollkommen inakzeptabel verhalten und Vinicius Junior gleich mehrere Mal rassistisch beleidigt haben. Die Real-Stars meldeten den Vorfall umgehend bei Schiedsrichter François Letexier, der das Spiel unterbrach. Kurzzeitig stand sogar ein vollständiger Abbruch aufgrund des vermeintlichen Rassismus-Skandals im Raum.
In der Nacht zu Mittwoch reagierte nun Gianluca Prestianni selbst auf seinen angeblichen Rassismus-Ausraster gegen Vinicius Junior und wies dabei jede Schuld von sich.
"Ich möchte klarstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt rassistische Beleidigungen an den Spieler Vinícius Júnior gerichtet habe, der leider missverstanden hat, was er glaubt, gehört zu haben. Ich war nie rassistisch mit jemandem und bedauere die Drohungen, die ich von Real Madrid-Spielern erhalten habe", schrieb der 20-Jährige in seiner Instagram-Story und postete dazu ein Foto von sich und Vinicius Junior im Laufduell.
Aus Sicht der Real-Protagonisten stellte sich die Szene nach der 50. Spielminute aber komplett anders da.
"Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen sich das Trikot in den Mund stopfen, um ihre Schwäche zu demonstrieren", schrieb Vinícius Junior selbst bei Instagram in der Nacht zu Mittwoch. Prestianni hatte sich tatsächlich gleich mehrere Mal sein Trikot vor den Mund gehalten. Niemand konnte also von seinen Lippen ablesen geschweige denn hören, was er tatsächlich zu Vinicius Junior sagte.
Laut der Beschreibung seines Real-Kollegen Kylian Mbappé war die Situation aber eindeutig: "Der Spieler mit der Nummer 25 hat Vini fünfmal als Affen bezeichnet. Das habe ich selbst gesehen. Wir können nicht akzeptieren, dass sich ein Spieler, der in Europas wichtigstem Wettbewerb spielt, so verhält."
Star-Trainer Mourinho bleibt vage
Wie es in dieser beschämenden Angelegenheit nun weitergeht, war am Mittwochmorgen noch offen, in der Öffentlichkeit stehen bis auf weiteres Aussage gegen Aussagen.
Benfica-Coach José Mourinho, der bekanntermaßen auch eine Vergangenheit bei Real Madrid hat, erklärte nach der Partie, er habe verschiedene Versionen von Vinícius Junior und Prestianni gehört: "Aber ich glaube weder dem einen noch dem anderen. Ich möchte unabhängig sein."
Auf die Frage, ob Vinícius Junior das Publikum angestachelt habe, antwortete Mourinho: "Ich denke schon. Ich habe ihm gesagt, wenn Du so ein Tor schießt, feiere einfach und gehe zurück."
Der Portugiese nahm Benfica gegen den Verdacht des Rassismus in Schutz und sagte, er habe Vinícius Junior an den legendären Torjäger Eusebio erinnert: "Der größte Mensch in der Geschichte dieses Klubs war schwarz."





























