Das erste Silber fühlte sich für den viermaligen Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich gar nicht so schlecht an.
"Silber sieht verdammt cool aus, muss man auch sagen", meinte Friedrich nach Platz zwei im Zweierbob und betonte: "Ach, wir sind zufrieden. Wie gesagt, es spiegelt die Saison wider. Deswegen hat Hansi einfach verdient gewonnen. Wir müssen das neidlos anerkennen."
Zu deutlich waren die 1,34 Sekunden Rückstand des Sachsen auf Johannes Lochner, der erstmals Gold bei Olympia gewann. Als Trost gab es für Friedrich eine Umarmung und ein Selfie mit Olympia-Tourist Jürgen Klopp.
Friedrichs Analyse lautete ähnlich wie zuletzt nach den Niederlagen im Weltcup: "Im Zweier haben die einfach eine Performance, die aktuell ihresgleichen sucht. Die haben da was gefunden. Dadurch fahren sie entspannt und locker", sagte der Rekordweltmeister.
In der Königsklasse mit dem abschließenden Vierer will er nun zurückschlagen. "Wir sind voll motiviert. Wir wissen, denke ich, was wir tun. Wir haben gut trainiert, wir sind alle vier fit."
Doch auch da rechnet sich Lochner beste Chancen aus. "Da scharren die anderen Jungs aus dem Team schon mit den Füßen, die wollen auch so eine Medaille", sagte der neue Olympiasieger.
Olympiasieger Lochner dankt Schwiegermutter Heidi
Und Johannes Lochner? Nach seiner Triumphfahrt zu Gold schloss er überglücklich Frau Hannah und seine Eltern in die Arme, nur Söhnchen Jonas fehlte beim großen Erfolg seines Vaters in Cortina d'Ampezzo - wurde aber bestens umsorgt.
"Der ist im Bett und schläft. Der ist bei der Schwiegermama. Die ist die gute Fee", sagte Lochner nach seinem Olympiasieg im Zweierbob und sprach "Heidi" ein fettes Dankeschön aus: "Großen Dank, dass sie sich geopfert hat und im Hotel geblieben ist."
Dadurch konnte zumindest seine Frau an der Bahn sein und sehen, wie Lochner mit Anschieber Georg Fleischhauer überlegen zu Gold raste - und sich in der letzten Woche seiner Karriere seinen großen Traum erfüllte.
Für den 35-Jährigen war es das letzte Zweierbob-Rennen seiner Laufbahn, am Sonntag nach dem Vierer macht er Schluss - auch wegen seines einjährigen Sohnes.
"Ich habe seine ersten Schritte schon verpasst", erzählte Lochner zuletzt im Podcast "Pizza & Pommes", "ich möchte jetzt einfach auch wirklich die nächsten Winter sehen, wie er das erste Mal Ski fährt, wie er einfach ins Leben reinwächst." Das kann er als Olympiasieger nun umso beruhigter.




