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Mi, 04.02. - So, 22.02.

sport.de-Kolumne zum Skispringen

DSV-Adler wirft Jury "grobe" Missachtung vor

Die erhoffte Medaille von Philipp Raimund (l.) und Andreas Wellinger im Super-Team wurde vom Winde verweht
Die erhoffte Medaille von Philipp Raimund (l.) und Andreas Wellinger im Super-Team wurde vom Winde verweht
Foto: © IMAGO/Lise serud
17. Februar 2026, 11:09

Philipp Raimund bringt die deutschen Skispringer im Super-Team mit Andreas Wellinger im dritten Durchgang mit einem Super-Satz auf Medaillenkurs - wenig später bricht die Jury den Wettkampf wegen dichten Schneetreibens und Wind ab, die Deutschen verpassen Bronze um 16 Zentimeter. DSV-Adler Adrian Tittel kritisiert die Offiziellen in seiner sport.de-Kolumne deutlich.

Selbstverständlich betreiben wir als Skispringer eine Freiluftsportart, bei der nicht immer die gleichen Bedingungen für jeden Athleten herrschen. Eine absolute Gleichheit der Voraussetzungen wird es nie geben. Das sind Binsenweisheiten, die immer wieder von allen Beteiligten in unterschiedlichen Situationen gebetsmühlenartig hervorgebracht werden.

Aber es gibt auch andere Weisheiten, nach denen in allen Dingen ein Maß ist; dieses Maß wurde für mich von den Offiziellen bei den Skisprungwettbewerben in Predazzo zweimal grob missachtet.

Athleten, die jahrelang auf die Olympischen Spiele hinarbeiten, wurden ihrer Medaillen beraubt bzw. beim Streben nach diesen erheblich beeinträchtigt. Leider war das deutsche Team in beiden Fällen betroffen.

Im Herren Super-Team, dem Wettbewerb also, der in Italien seine Olympiapremiere feierte, führten die Deutschen mit Philipp Raimund und Andreas Wellinger im dritten Durchgang. Raimund hatte einen satten Sprung hingelegt und die Medaille war zum Greifen nahe.

Als eine Schneefront aufzog, wurden die letzten drei Teams nicht mehr runtergelassen. Abbruch des Wettkampfs mit der Folge, dass die Wertung aus den ersten zwei Durchgängen die Grundlage zur Medaillenvergabe war. Für die Deutschen bedeutete dies Holz statt Edelmetall. Zehn Minuten später herrschten wieder beste Bedingungen.

Skispringen: Zwischen Trainern und Funktionären knallt es

Warum konnte man diesen Zeitraum nicht abwarten, um den Wettkampf ordentlich zu Ende zu bringen?

Wir kennen solche Unterbrechungen aus dem tagtäglichen Wettkampfgeschehen im Weltcup und haben dort sehr viel längere Pausen gemacht, um allen Teams die Sprünge zu ermöglichen.

Auch beim Damen-Wettbewerb von der großen Schanze konnte man einen zehnminütigen Zeitkorridor beobachten, in welchem starke Rückenwinde herrschten und innerhalb dessen eine Athletin weitentechnisch nur abstürzen konnte. Betroffen davon waren im Kern auch wieder die deutschen Damen und die als Medaillenanwärterin gehandelte kanadische Sportlerin Abigail Strate.

Hinter den Kulissen haben diese Vorfälle zu beachtlichen Auseinandersetzungen zwischen Trainern und Funktionären geführt. Mich als Zuschauer und Skispringer haben diese Vorfälle fassungslos gemacht.

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Willkürliche Spontanentscheidungen statt ausbalancierendes , vorausschauendes Verhalten auf der Grundlage von Fairness und Gleichheit. Das Argument der Freiluftsportart zieht nicht, wenn das Wetterradar zeigt, dass ein Schneeschauer aller Voraussagen nach, nach zehn Minuten durch ist.

Sind am Ende Fernsehverträge der Grund, die , um sie einzuhalten, dafür sorgen, dass Wettkämpfe „durchgepeitscht“ werden?

Die olympischen Sprungwettbewerbe von Predazzo werden Zuschauern und Athleten nicht in bester Erinnerung bleiben. Faire Wettbewerbe und olympischer Geist sehen anders aus!

Herzliche Grüße

Ihr Adrian Tittel

Super Team 2026

1ÖsterreichHörl, J. / Embacher, S.568.70
2PolenWasek, P. / Tomasiak, K.547.30
3NorwegenSundal, K. / Forfang, J.538.00
4DeutschlandRaimund, P. / Wellinger, A.537.70
5SlowenienLanisek, A. / Prevc, D.536.10

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