Donyell Malen war einst mit großen Erwartungen zu Borussia Dortmund gewechselt, konnte sein Potenzial beim Bundesligisten aber letztlich nie zur Gänze entfalten. Mit dem Umzug in die englische Premier League folgte ein herber Karriereknick, nun erlebt der Ex-BVB-Star eine regelrechte Wiederauferstehung. Auch dank seines Trainers.
So manch ein BVB-Fan reibt sich dieser Tage verwundert die Augen, wenn er die Spiele der italienischen Serie A verfolgt. Denn: Seit einigen Wochen steht dort immer wieder ein Name auf der Anzeige der Torschützen: Donyell Malen.
Genau genommen hat der Niederländer seit seinem Wechsel auf Leihbasis von Aston Villa zur AS Rom schon fünf Mal getroffen - in fünf Einsätzen. Gegen Cagliari (2:0) führte er sein neues Team im Alleingang zum Sieg, gegen Napoli (2:2) reichte es nach seinem Doppelpack immerhin zum Punktgewinn.
Was Malen im Trikot der Giallorossi auszeichnet: Die Statistiker zählten bislang insgesamt 25 Abschlüsse des 27-Jährigen. Malen fackelt nicht lange, wenn der Ball an seinem Fuß ist. Zehn dieser Schüsse gingen aufs Tor, jeder zweite fand dann seinen Weg ins Netz.
Entwicklung stockte beim BVB
Solche Quoten hätte man vom 49-fachen Nationalspieler gerne auch bei Borussia Dortmund gesehen. Für 30 Millionen Euro, Malen zählt somit zu den teuersten Transfers der Klubgeschichte, wurde er 2021 verpflichtet. Zum erhofften Top-Stürmer und absoluten Leistungsträger avancierte der Tempo-Dribbler in Schwarz-Gelb aber nur bedingt.
Nach elf Liga-Torbeteiligungen in seiner Debütsaison zeigte er in den zwei Folgejahren mit je 16 Scorern eine Steigerung. Man wurde in Dortmund aber nie das Gefühl los, dass Malen sein ganzes Potenzial nicht wirklich auszuschöpfen vermochte. Überwiegend auf dem linken oder rechten Flügel eingesetzt, blieb er in zu vielen Spielen zu blass, nach einer enttäuschenden Hinrunde 2024/25 zog der BVB die Reißleine - um immerhin noch 25 Millionen Euro Ablöse zu generieren.
Im Nachhinein betrachtet war dies wohl die richtige Entscheidung, ging es für Malen bei Aston Villa doch weiter abwärts. Beim Klub aus Birmingham reichte es lediglich zum Einwechselspieler, gerade einmal zwölf Monate später entschieden sich beide Seiten für eine Trennung - ganz zur Freude von Gian Piero Gasperini.
Die Auferstehung von Donyell Malen
Der italienische Trainer-Fuchs, der Atalanta Bergamo zu einer Spitzenmannschaft geformt und zum Europa-League-Sieg der Saison 2023/24 geführt hatte, steht seit Saisonbeginn bei der AS Rom an der Seitenlinie. Eine seiner Spezialitäten: Spieler finden, die perfekt in sein 3-4-2-1-System passen.
Zu beobachten war dies etwa bei Ademola Lookman, der einst bei RB Leipzig noch überwiegend als linker Flügelstürmer agierte und nur mäßigen Eindruck hinterließ. Gasperini setzte den nigerianischen Nationalspieler aber in der Mitte ein - trotz seiner nur 1,74 Meter Körpergröße. Lookman fügte sich in der Rolle prächtig im Atalanta-System ein, überzeugte als Vollstrecker, spielstarker Ballverteiler und Vorbereiter.
Ähnlich ist es nun mit Donyell Malen (1,76 m groß), der bei der Roma als Sturmspitze aufläuft. Der Ex-BVB-Angreifer läuft dabei einen großen Radius ab, ist aber in den entscheidenden Momenten im Strafraum zu finden - wo ein Mittelstürmer eben stehen muss. 51 seiner bislang 134 Ballkontakte hatte der Winter-Neuzugang im Sechzehner.
Ein perfektes Beispiel für den Mittelstürmer Malen: das 1:0 gegen Napoli, als Malen aus Abseitsposition hinter der Abwehrkette lauerte und dann im richtigen Moment zum Sprint ansetzte. Bei der Hereingabe von der rechten Seite war er so einen Schritt schneller als sein Gegenspieler, mit einem Kontakt überwand er den Torwart.
"Ich war immer davon überzeugt gewesen, dass er die besten Voraussetzungen für einen Angreifer mitbringt, weil er komplett ist: schnell, antrittsstark, kombinationssicher. Wir haben ihn gebraucht, er trifft nun regelmäßig und seine Mitspieler setzen ihn ein", so Gasperini zuletzt. Er ist überzeugt: "Mit Malen in der Hinrunde hätten wir einige Punkte mehr eingefahren."
Was seine Aussage untermauert: Malen ist inzwischen hinter Matías Soulé (6 Tore) der zweitbeste Angreifer des Teams. Die "klassischen" Mittelstürmer Artem Dovbyk und Evan Ferguson kommen jeweils nur auf drei Treffer.






























