Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat den Frust über die zwei Niederlagen in der Gruppenphase vergessen gemacht. Dank eines 5:1-Sieges über die punktlosen Franzosen sicherte sich das DEB-Team den Einzug in die Runde der letzten Acht. 20 starke Minuten reichten dem Team von Bundestrainer Harold Kreis.
Gegenüber der 1:5-Niederlage zum Abschluss der Gruppenphase gegen die USA wechselte Kreis gleich zweimal. NHL-Goalie Philipp Grubauer (Seattle Kraken) stand wieder zwischen den Pfosten, nachdem Maximilian Franzreb gegen die US-Amerikaner seine Chance bekam. Zudem rückte Lukas Reichel (Vancouver Canucks) für Josh Samanski (Edmonton Oilers) in die erste Reihe.
Als schlechtestes Powerplay-Team des Turniers in das Spiel gegangen, besserte die deutsche Auswahl ihre Statistik gleich einmal auf. Samanski fand Kapitän Leon Draisaitl auf seiner Lieblingsposition am rechten Slot. Von dort aus knallte der Superstar der Edmonton Oilers den Puck zu seinem zweiten Turniertor aus kurzer Distanz unter die Latte.
Deutschland mit bärenstarkem ersten Drittel
Die Franzosen schüttelten sich nur kurz, spielten gegen eine im Positionsspiel defensiv verbesserte DEB-Auswahl zwar munter mit, wirkliche Torchancen sprangen aber nicht heraus. Stattdessen legte Frederik Tiffels das 2:0 nach Einladung und Scheibenverlust von Pierre-Édouard Bellemare nach (11.). Das erste Olympia-Tor des Angreifers von den Eisbären Berlin.
Auch der bislang erfolglose JJ Peterka durfte sich noch vor der ersten Drittelpause in die Torschützenliste eintragen. Links in der Rundung setzte sich Tim Stützle stark durch, behielt dabei noch die Übersicht und fand mit einem feinen Rückhandpass den NHL-Profi von den Utah Mammoth, der den Goalie umkurvte und per Rückhand aus spitzem Winkel traf (19.).
Mit Wut im Bauch und einem neuen Schlussmann kam Frankreich aus der Kabine. Eine Reihe von Unkonzentriertheiten ermöglichten Bellemare den Anschlusstreffer (25.). Der Außenseiter gestaltete das Spiel zwar etwas ausgeglichener, das DEB-Team erarbeitete sich jedoch immer wieder Top-Chancen, den alten Vorsprung wiederherzustellen.
Deutschland verpasst mehrfach die Vorentscheidung
Dass das nicht gelang, lag allen voran am eingewechselten Antoine Keller, der im zweiten Drittel gleich 13 Paraden zeigen konnte. Weil Deutschland es jedoch zunächst nicht schaffte, mit einem 4:1 die Vorentscheidung zu erzielen, witterten Kellers Vorderleute neue Morgenluft. Aber auch Grubauer war auf deutscher Seite ein sicherer Rückhalt und gleich mehrmals stark zur Stelle.
Dann aber brach Samanski den Bann zur Entscheidung: In Überzahl brachte Draisaitl den Puck scharf vor das Tor, der Abpraller landete vor den Füßen des Oilers-Youngsters, der das Spielgerät nur noch über die Linie schieben musste. Anschließend ließ die DEB-Auswahl nichts mehr anbrennen. Mit einem Empty Netter stellte Nico Sturm den Endstand her (60.).
Für die Mannschaft von Harold Kreis geht es bereits am Mittwoch mit dem Viertelfinale gegen die Slowakei weiter (12.10 Uhr).





