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Mi, 04.02. - So, 22.02.

Trauriges Olympia-Finale für Raimund und Wellinger

DSV-Adler nach Wetter-Drama bitter enttäuscht

Philipp Raimund sprang im Super Team mit Andreas Wellinger auf Platz vier
Philipp Raimund sprang im Super Team mit Andreas Wellinger auf Platz vier
Foto: © IMAGO
16. Februar 2026, 21:07

Drama zum Abschluss nach Start in Gold: Der Abbruch des Super-Teams-Wettbewerbs kostet dem deutschen Duo die Bronzemedaille.

Philipp Raimund stand dick eingeschneit am Fuße der Schanze von Predazzo und war völlig fassungslos. Der Ort, an dem er eine Woche zuvor den größten Tag seines Karriere erlebt hatte, verpasste ihm zum Abschluss einen Tiefschlag allererster Güte. "Ich bin sehr unglücklich", sagte Deutschlands Skisprung-Olympiasieger nach dem Abbruch des Super-Team-Wettbewerb, der ihn und Andreas Wellinger Bronze gekostet hatte - um die Winzigkeit von 16 Zentimetern: "Das kotzt mich gerade richtig an."

Während neben ihm auch Wellinger fluchte wie ein Bierkutscher ("Das ist total beschissen") und der fuchsteufelswilde Sportdirektor Horst Hüttel der Jury "eine gewisse professionelle Besonnenheit" absprach, wirkte der sonst coole Raimund sichtlich erschüttert. Waren ihm beim Gold-Coup noch alle Schanzen-Götter hold gewesen, schienen sie sich nun gegen ihn verschworen haben.

Im letzten von drei Durchgängen des neuen Olympia-Wettbewerbes hatte Deutschland nach einem mäßigen Wellinger-Sprung eigentlich alle Medaillenchancen verspielt. Raimund aber gelang im einsetzenden Schneetreiben ein Traumflug, Bronze war ganz nah! Dann aber wurde der Schneefall immer heftiger, die Jury um Renndirektor Sandro Pertile stoppte den Wettkampf erst - und brach dann ab.

Nur zwei Durchgänge werden gewertet

Gewertet wurde der Stand nach zwei Durchgängen, und der sah das bis dahin bei Olympia so enttäuschende Österreich mit Jan Hörl und Stephan Embacher deutlich vor Polen (Pawel Wasek/Kacper Tomasiak) und Norwegen (Johan Andre Forfang/Kristoffer Eriksen Sundal). Raimund/Wellinger fehlten demnach 0,3 Punkte auf Norwegen, umgerechnet eben jene 16 Zentimeter.

"Die Jury handelt nach bestem Wissen und Gewissen", sagte Wellinger, "dennoch ist es für uns ein beschissenes Ende. Einfach deprimierend." Raimund war der Meinung, dass man "definitiv" den Wettkampf hätte zu Ende bringen können: "Da hätte es Möglichkeiten gegeben."

Das sah auch Hüttel so - und verwies auf den 15 Minuten nach Abbruch schneefreien Himmel. "Das haben alle Apps so angekündigt. Ich bin richtig, richtig sauer, weil es keiner von uns versteht", schimpfte Hüttel. Sieben Tage nach dem Goldjubel um Raimund endete Olympia für das deutsche Team mit viel Frust. Und dem schlechtesten Ergebnis seit Vancouver 2010. Auch damals gab es nur eine Medaille (Silber), damals aber in drei statt sechs Wettkämpfen wie heute.

Wellinger fällt deutlich ab

Raimund hätte die Bilanz beinahe im Alleingang aufgehübscht. Bei der Premiere des Zweier-Mannschaftsspringen zeigte er mit gewerteten Sprüngen auf 137,0 und 137,5 m eine starke Leistung. Sein Traumflug im Finale kurz vor dem Abbruch, der wohl Bronze bedeutet. Der zweimalige Olympiasieger Wellinger fiel mit 127,5, 123,5 und nicht mehr gewerteten 130,0 m deutlich ab.

Auch ohne zweite Medaille fährt Raimund als großer Gewinner aus Norditalien nach Hause. "Olympiasieger - das wird noch einige Zeit brauchen, bis das wirklich bei mir durchgesickert ist", sagte er. Letztlich war er aber zu sehr der Alleinunterhalter, der immerhin einen deutschen "Salto nullo" verhinderte.

Das war ihm angesichts des bitteren Schneechaos am Montagabend aber schnurzpiepegal: "Jetzt", sagte er, mit Blick nach oben, "realisiere ich erst, dass wir es heute einfach hätten zu Ende bringen können." Und da half das gewonnene Gold nicht über die verlorene Bronzemedaille hinweg.

Super Team 2026

1ÖsterreichHörl, J. / Embacher, S.568.70
2PolenWasek, P. / Tomasiak, K.547.30
3NorwegenSundal, K. / Forfang, J.538.00
4DeutschlandRaimund, P. / Wellinger, A.537.70
5SlowenienLanisek, A. / Prevc, D.536.10

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