Der russischen Biathlon-Staffel ist die Goldmedaille von den Olympischen Spielen 2014 offiziell aberkannt und stattdessen der deutschen Mannschaft überreicht worden. Der Biathlonweltverband IBU verlangt die Rückgabe des Edelmetalls. Doch darauf wollen sich die Mitglieder der Skandal-Staffel nicht einlassen.
Zwölf Jahre nach dem verloren geglaubten Olympiasieg haben Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp am Wochenende in Antholz endlich ihre verdiente Goldmedaille für den Sieg bei den Olympischen Spielen in Sochi entgegengenommen.
Der Russe Evgeny Ustyugov war damals gedopt gewesen und erwischt worden. Nach einer jahrelangen Hängepartie wurde letztlich in höchster Instanz entschieden, dass Russland den Olympiasieg an das deutsche Team abtreten muss.
Gänzlich beendet ist die Geschichte damit aber noch nicht, denn die IBU fordert von den vier russischen Staffel-Läufern Alexei Volkov, Evgeny Ustyugov, Dmitry Malyshko und Anton Shipulin die Rückgabe der ursprünglich erhaltenen Goldmedaillen. Doch dazu wird es wohl nicht kommen.
Ex-Biathlon-Trainer fordert Medaillen-Rückgabe
Russlands Biathlon-Boss Viktor Maigurov erklärte im "MatchTV"-Interview, dass sein Verband überhaupt nicht das Recht habe, die Medaillen von den vier Athleten zurückzufordern. Sein Verband könne zwar Trophäen zurückgeben, "aber die Medaillen? Wir haben nicht mal die rechtlichen Mittel, um die Athleten unter Druck zu setzen", sagte er.
Man habe die vier russischen Staffel-Läufer diesbezüglich schon kontaktiert, so Maigurov weiter. "Wir haben sie gefragt. Sie alle haben nur gesagt: Auf Wiedersehen!"
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Der ehemalige russische Nationaltrainer Alexander Kasperovich hält das für die falsche Reaktion. Er sagte gegenüber "MatchTV": "Wir sind verpflichtet, die Medaillen zurückzugeben. Ich verstehe, dass die Jungs die Medaillen nicht abgeben wollen, aber es muss Gerechtigkeit geben. Wenn sie gegen die Regeln verstoßen haben, müssen sie sie zurückgeben."






