Jeanne Richard gehört auf dem Papier zum Olympia-Aufgebot von Frankreichs Biathletinnen. Einen Tag in Antholz verbracht hat die 23-Jährige seit Beginn der Spiele aber nicht. Und das wird auch so bleiben.
Die erste Olympia-Teilnahme von Jeanne Richard dürfte als eine der kuriosesten in die Biathlon-Geschichte eingehen. Ursprünglich war die 23-Jährige als Reservistin in das nationale Aufgebot berufen worden, doch schon wenige Tage vor Beginn der Spiele reiste sie aus dem Trainingscamp ab.
Der Verband hatte Richard zu den zweitklassigen IBU-Cup-Rennen in Norwegen beordert, damit sie sich dort für eine Nominierung für den Rest der Weltcupsaison empfehlen kann. Der Plan sah vor, dass sie zunächst im hohen Norden startet und dann während der zweiten Olympia-Woche nach Antholz kommt. Doch dazu kam es nicht - und wird es auch nicht mehr.
Wie Sportchef Stéphane Bouthiaux dem "Nordic Magazine" gegenüber erklärte, hat sich Richard dazu entschieden, ihre ersten Winterspiele zu verlassen, bevor sie überhaupt da war. "Sie möchte ihre Vorbereitung auf das Saisonende priorisieren und in Frankreich bleiben und Reisetage vermeiden", berichtete der Offizielle.
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Saisonende in der zweiten Biathlon-Liga?
Als offizielle Reservistin hätte Richard zumindest auf dem Papier die Chance gehabt, als Nachrückerin in die Staffel zu kommen, wenn mehrere der gesetzten Athletinnen ausfallen würden. Sie und die Verantwortlichen sind aber offenbar fest davon überzeugt, dass dies nicht passieren wird. Andernfalls müsste sie Last Minute doch noch nach Antholz nachreisen und "kalt" einsteigen.
Richards IBU-Cup-Ausflug nach Norwegen endete übrigens nicht mit den erhofften Ergebnissen. Weder im Sprint noch in der Verfolgung war sie die beste Biathletin des Teams. Laut "Nordic Magazine" ist es daher sogar wahrscheinlich, dass die 23-Jährige das Saisonende in der 2. Liga verbringen muss und nicht mehr im Weltcup an den Start gehen darf.



