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Mi, 04.02. - So, 22.02.

"Alles für die Show, für die sterile"

Straßer ätzt gegen Olympia-Organisatoren

Video: Ski-Star enttäuscht von "steriler" Olympia-Atmosphäre
16. Februar 2026, 21:04
sport.de
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Nach Platz neun beim Sieg des Schweizer Weltmeisters Loic Meillard war Linus Straßer sauer - aus vielerlei Gründen. Als der deutsche Skirennfahrer am Montag nach dem ersten Slalom-Durchgang bei den Olympischen Winterspielen seinen Kumpel AJ Ginnis im Ziel hatte in Empfang nehmen wollen, da dieser sein finales Rennen bestritt, wurde er von einem Offiziellen daran gehindert. Kritik an den strengen Regeln der Organisatoren ließ nicht lange auf sich warten.

"Das ist typisch Olympia, oder?", klagte Straßerg. "Lasst doch einmal irgendwas... aber gut, alles für die Show, für die sterile."

Hintergrund: Traditionell werden alpine Athleten nach ihren letzten Zieleinfahrten von Rivalen und Weggefährten in Empfang genommen, um noch einmal entsprechend gewürdigt zu werden und Abschied nehmen zu können.

Ginnis, der 2023 sensationell Vize-Weltmeister im Slalom geworden war, konnte infolge einer schweren Knöchelverletzung seit zwei Jahren kaum Skifahren. Bereits davor hatte der Grieche aufgrund verschiedener Blessuren die Olympia-Starts 2018 und 2022 verpasst.

Video: 70 Jahre Olympia-Fan: Eine einmalige Geschichte

Später legte Straßer am "ZDF"-Mikrofon sogar noch nach. "Meine komplette Familie ist da, mit Freunden und so weiter. Aber du hast überhaupt keine Interaktion mit irgendwelchen Zuschauern. Wenn das der Genuss von Olympia sein soll, bin ich froh, dass das mein letztes Mal war", schimpfte der 33-Jährige, dem 1,04 Sekunden zu Bronze fehlten.

Eigentlich hatte er sich zurückhalten wollen, "ich will nicht zu viel haten", betonte Straßer, doch er war zu aufgebracht. "Die Geschichte hinter Olympia ist unglaublich, jeder will Olympiasieger werden oder Medaillen gewinnen, ich auch", sprudelte es aus ihm heraus: "Aber hier sind wenig Emotionen, wenig Interaktionen mit Fans - das macht es doch eigentlich aus. Ganz ehrlich, ich kann darauf verzichten."

Großes Favoritensterben im alpinen Slalom

So ging es wohl auch Atle Lie McGrath. Nach Lauf eins lag der Norweger vorne, im Finale schied er aus und stapfte zerknirscht Richtung Wald. Silber hinter Meillard gewann der Österreicher Fabio Gstrein (+0,35) vor Henrik Kristoffersen (Norwegen/+1,13).

Straßer hatte das Stockerl bei schwieriger Sicht schon im ersten Durchgang aus den Augen verloren.

"Ich würde selber gerne wissen, wo ich das Tempo verloren habe", sagte er nach Zwischenrang zwölf: "Kurssetzung, Hang - das ist keine einfache Kombination. Solche Rennen sind immer ein bisschen frustrierend. Man könnte mich noch zehnmal runterfahren lassen, und ich wüsste nicht wie."

Er tat es noch ein weiteres Mal - besser wurde es kaum. Straßer war ordentlich unterwegs, doch ausgerechnet an der Schlüsselstelle patzte er, als es galt, die Geschwindigkeit ins Flache mitzunehmen.

Andere Topfahrer hatten schon zur Halbzeit keine Chance mehr. Brasiliens Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Braathen fuhr ebenso aus dem Kurs wie Paco Rassat (Frankreich), der Triumphator von Gurgl und Adelboden, oder Kitzbühel-Sieger Manuel Feller aus Österreich.

Von 95 Startern schieden 51 (!) im ersten Lauf aus, auch Fabian Gratz.

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