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Mi, 04.02. - So, 22.02.

"Sie probieren alle Tricks aus"

Norwegen-Experte wirft Ösi-Skispringern Betrug vor

Daniel Tschofenig wurde als Achter am Samstagabend nach dem 1. Durchgang qualifiziert
Daniel Tschofenig wurde als Achter am Samstagabend nach dem 1. Durchgang qualifiziert
Foto: © IMAGO/Ulrich Wagner
16. Februar 2026, 08:04
sport.de
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Dem österreichischen Skisprung-Team droht bei den Olympischen Winterspiele 2026 ein Medaillen-Fiasko. Die ÖSV-Adler stehen vor dem abschließenden Superteam-Wettkampf noch gänzlich ohne da, auch der Wettkampf von der Großschanze endete allen voran für den disqualifizierten Daniel Tschofenig in einem Desaster. Ein Experte erhebt zudem schwere Vorwürfe.

"Ich war leider so naiv und habe nicht nachgemessen", gab sich Daniel Tschofenig nach dem ersten Durchgang am Samstagabend gegenüber dem "ORF" zerknirscht. Zuvor hatten ihn die Materialkontrolleure aus dem Verkehr gezogen. Seine Skischuhe hatten nicht die korrekten Maße, um vier Millimeter waren sie zu groß.

Eigentlich würde man die Schuhe normalerweise sogar "immer ein bisschen kleiner nehmen, als was draufsteht". Die Schuhe seien dieses Mal aber, "warum auch immer", zu groß gewesen: "Ich hatte die Hoffnung bzw. war ich so naiv, zu glauben, dass es ein richtiger 42er ist. Den Unterschied spürt man zudem einfach nicht bei den paar Millimetern."

Skispringen: "System funktioniert besser"

Der norwegische TV-Experte und Ex-Springer Johan Remen Evensen glaubt allerdings nicht, dass es sich bei dem Vergehen des ÖSV-Adlers um ein Versehen handelte. "Wenn man wegen zu großer Schuhe disqualifiziert wird, ist das ein klarer Regelverstoß. Es ist offensichtlich, dass die Österreicher verzweifelt sind und alle Tricks ausprobieren. Das ist vorsätzlicher Betrug. Die FIS hat ein Maß für die Schuhe", teilte er bei "NRK" aus.

"Er sprang mit Schuhen, die, einfach erklärt, einen längeren Vorsprung ermöglichen. Es sind die Vorsprünge, die einen in der Luft tragen. Er hat versucht, sich längere Skier zu beschaffen, als er springen darf", so der Norweger weiter, der froh ist, dass die FIS den - seiner Meinung nach - bewussten Betrug verhindert hat: "Regeln sind Regeln. Solange man sie für alle durchsetzt, ist das in Ordnung."

Insgesamt zeigt sich der 40-Jährige aber sehr zufrieden mit der Entwicklung, die der Sport nach dem Anzugskandal nach der WM 2025 genommen hat: "Man hat gesehen, dass einige bei der Kontrolle gegen die Regeln verstoßen haben. Dennoch durften sie springen, ohne disqualifiziert zu werden. Das hat dazu geführt, dass die Leute bereit waren, die Grenzen auszureizen. Heute werden die Regeln fair durchgesetzt, egal aus welchem Land man kommt."

Das gebe ihm "Zuversicht, dass das System besser funktioniert als seit langem. Die FIS hat eine Grenze gezogen. Das sendet ein Signal an alle Skispringer, dass es keinen Grund gibt, es zu versuchen. So war es früher nicht."

Großschanze 2026

1SlowenienDomen Prevc301.80
2JapanRen Nikaido295.00
3PolenKacper Tomasiak291.20
4NorwegenKristoffer Eriksen Sundal288.00
5ÖsterreichJan Hörl286.90

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