Als Siebte in das olympische Verfolgungsrennen von Antholz gestartet, blies der deutsche Biathlon-Star Franziska Preuß am Sonntagnachmittag zur großen Aufholjagd. Der Traum von der ersten olympischen Einzelmedaille hatte dann auch bis zum letzten von vier Schießeinlagen Bestand, zerplatzte dann aber auf bittere Art und Weise.
Dreimal hatte Franziska Preuß zuvor fehlerfrei geschossen und sich in die Top Fünf nach vorne geschoben. Wäre das letzte Stehendschießen auch noch ohne Fehler geblieben, hätte dies für die 31-Jährige wohl die Bronzemedaille bedeutet, womöglich wäre sogar die Silbermedaille hinter der souveränen Olympiasiegerin Lisa Vittozzi drin gewesen.
Doch Preuß verließen beim letzten Schießen erneut die Nerven, gleich zwei Scheiben blieben stehen. Nachdem sie final als Sechste ins Ziel gelaufen war, konnte die amtierende Gesamtweltcupsiegerin ihren Frust nicht mehr verbergen.
"Ich bin einfach nur enttäuscht, dass man es nicht durchzieht. Ich habe mich auf der Runde heute echt gut gefühlt. Dass das letzte Schießen dann wieder so scheiße läuft, tut jetzt echt weh", nahm die Oberbayerin am "ZDF"-Mikrofon nach dem Zieleinlauf kein Blatt vor den Mund.
Über die letzte Schießeinlage meinte Preuß sichtlich unzufrieden: "Ich stehe dann so unter Spannung beim letzten Schießen und habe gehört, dass die Lou (Jeanmonnot, Anm. d. Red.) neben mir einen Fehler geschossen hat. Dann wurde es bei mir so unruhig in den Beinen. Dann ging bei mir gar nichts mehr. Dann verliere ich so den Fokus auf das Zielen."
Preuß bleibt ohne olympische Einzelmedaille
Die deutsche Vorzeige-Biathletin hatte vor den Olympischen Spielen angekündigt, ihre aktive Karriere nach dieser Saison zu beenden. Während sie sich bei Biathlon-Weltmeisterschaften immerhin einmal mit einer Goldmedaille in einer Einzel-Disziplin (Verfolgungsrennen bei der WM 2025 in Lenzerheide) dekorieren konnte, wartet Preuß bei Olympischen Spielen somit weiter auf die erste Einzel-Medaille.
"Ich habe versucht alles auszublenden und nicht so den Druck zu machen. Vom Mindset war es echt ganz gut und dann liegt man so gut in Position. Dann zieht man es wieder nicht durch und das ist dann schon sehr ernüchternd", fasste die Skijägerin zusammen. Als letzter Einzel-Start steht am kommenden Samstag noch das Massenstart-Rennen in Antholz an.



