Olympiasieger Philipp Raimund wurde am Samstagabend auf der Großschanze ausgebremst - im wahrsten Sinne des Wortes. Ex-Bundestrainer Werner Schuster zufolge lag es auch an den Witterungsbedingungen in Predazzo, dass der DSV-Skispringer nicht über Rang neun hinaus kam.
Philipp Raimund hat nach seinem Sensationsgold auf der Normalschanze bei den Olympischen Winterspielen einen kleinen Dämpfer erlebt. Als Neunter lieferte er am Samstag zwar das beste Ergebnis aus deutscher Sicht, zum slowenischen Superstar Domen Prevc fehlten ihm aber am Ende 24 Punkte, umgerechnet gut acht Meter fehlten zum Podest.
Dass ein zweiter Medaillen-Coup ausblieb, lag wohl auch an den Bedingungen im italienischen Predazzo, meint Ex-Bundestrainer und "Eurosport"-Experte Werner Schuster: "Heute hat ihm unter anderem das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es hat leicht und nass geschneit. Das heißt: Das Fahrgefühl in der Spur war anders."
Der Österreicher unterstrich: "Das war ein riesiger Nachteil."
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"Es gibt auch Leute, denen hat das überhaupt nichts ausgemacht ..."
Aufgrund der äußeren Bedingungen hatte Raimund seine Skier wechseln müssen. Er analysierte bei "Eurosport": "Wer auf die Geschwindigkeiten geschaut hat, merkte es eh: Ich war unglaublich langsam. Daher habe ich von meinem gewohnten auf einen anderen Ski wechseln müssen." Der neue Ski war um "eine Nuance träger", wodurch sich beim Anlauf das Verhalten in der Spur veränderte.
"Logischerweise bin ich jetzt gerade leicht gefrustet", hatte der 25-Jährige direkt nach dem Wettkampf zu Protokoll gegeben: "Ich wusste, das Podest wird schwer, weil drei andere klar gezeigt haben, dass sie ziemlich stark unterwegs sind. Aber ich wollte zumindest um die Medaille mitfighten - das ist mir leider nicht ganz gelungen."
Hinter Weltmeister Prevc sicherte sich der Japaner Ren Nikaido das erste Einzel-Gold seiner Karriere, Bronze ging an Kacper Tomasiak. Der junge Pole, der Silber von der Normalschanze gewonnen hatte, kam mit den Bedingungen scheinbar gut zurecht, wie Werner Schuster hervorhob: "Es gibt auch Leute, denen hat das überhaupt nichts ausgemacht - zum Beispiel Kacper Tomasiak."



