Bei den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina d'Ampezzo ist Biathlon-Ikone Johannes Thingnes Bø nur als Zuschauer dabei, in Antholz analysiert er die Wettkämpfe fürs norwegische Fernsehen. Ein bisschen kribbelt es beim 32-Jährigen schon noch.
Mit seinem Entschluss, die so erfolgreiche Biathlon-Karriere auf dem Höhepunkt zu beenden, hadert Johannes Thingnes Bø nicht. Dennoch muss der Norweger am Rande der Olympischen Winterspiele in Antholz eingestehen, dass sein innerer Sportler liebend gerne auf die Skier steigen würde.
"Ja", er vermisse den sportlichen Wettbewerb schon, wird Bø vom "SID" zitiert. "Aber ich habe kein schlechtes Gewissen, weil ich die falsche Entscheidung getroffen habe."
In Italien ist Johannes Thingnes Bø dieser Tage als TV-Experte für den norwegischen Rundfunksender "NRK" aktiv, seinen sportlichen Ruhestand genießt er dabei in vollen Zügen. Zwar werde er "nicht mit einer Medaille ins Bett gehen", scherzte Bø, "aber bevor ich schlafen gehe, werde ich ein Bier trinken. Man kann nicht beides haben".
"Es hätten meine letzten Olympischen Spiele sein sollen"
Im vergangenen Jahr hatte der fünfmalige olympische Gold-Gewinner beim Weltcup in Ruhpolding sein Karriereende verkündet. Nicht wenige hatten erwartet, dass der Biathlon-Superstar die Spiele von 2026 noch für eine letzte Medaillenjagd mitnimmt, doch die Energie für ein weiteres Jahr im Biathlon-Zirkus war nicht mehr da. Zudem wollte er seinen Fokus auf sein Familienleben legen, inzwischen ist er zweifacher Vater.
Er habe sich "schon seit vielen Jahren auf Mailand und Cortina 2026 gefreut. Es hätten meine letzten Olympischen Spiele sein sollen", sagte der Rekordweltmeister, "aber dann änderten sich die Dinge." Und so ist es "schön, hier auf der anderen Seite zu sein".
Neben fünf Mal Olympia-Gold gewann Bø zweimal Silber und zweimal Bronze, zudem ist er mit 23 Titeln Rekordweltmeister im Biathlon.

