Die deutschen Skeleton-Pilotinnen Susanne Kreher und Jacqueline Pfeifer haben den Erfolgslauf der deutschen Schlittensportler in Cortina d'Ampezzo fortgesetzt.
Susanne Kreher und Jacqueline Pfeifer weinten gemeinsam vor Freude, dann gratulierten sie der neuen Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock - und flankierten die Österreicherin beim Jubeln mit schwarz-rot-goldenen Flaggen um die Schultern. Während Flock ihre Karriere mit Gold krönte, feierte Kreher beim Olympiadebüt Silber, Pfeifer sicherte sich mit Bronze ihre zweite Medaille bei Winterspielen.
"Dass wir hier im Skeleton bei den Männern und Frauen mit vier Medaillen rausgehen, ist unfassbar", sagte Thomas Schwab, Vorstandschef beim Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD): "Das war mannschaftlich tiptop. Und Janine Flock war einfach viermal die Beste im Eiskanal."
Einen Tag nach den Medaillencoups von Axel Jungk (Silber) und Christopher Grotheer (Bronze) raste die frühere Weltmeisterin Kreher etwas überraschend auf Rang zwei und musste sich nur um drei Zehntel der überragenden Flock geschlagen geben, die 2018 in Pyeongchang als Führende in den Finaldurchgang gestartet war und am Ende ohne Medaille dastand.
Neise geht nach Peking-Gold leer aus
Die als Mitfavoritin gestartete Pfeifer sicherte sich acht Jahre nach Olympiasilber in Pyeongchang die Bronzemedaille. Peking-Olympiasiegerin Hannah Neise verpasste das Podium als Vierte knapp.
Für die herausragenden deutschen Schlittensportler sind es im Eiskanal die achte und neunte Medaille im siebten Rennen. Die Rodler um Deutschlands Rekord-Winterolympioniken Tobias Wendl und Tobias Arlt hatten mit dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze eindrucksvoll vor-, die Skeletonis Jungk und Grotheer am Freitag nachgelegt. Eine weitere Medaillenchance gibt es für Jungk, Grotheer, Kreher und Pfeifer im erstmals olympischen Mixed-Team am Sonntagabend.
Die 36 Jahre alte Flock feierte bei ihren vierten Olympischen Spielen derweil ihr erstes Gold und sorgte für den ersten österreichischen Sieg im Eiskanal von Cortina. Sie war bereits mit einem knappen Vorsprung vor den deutschen Pilotinnen in den zweiten Wettkampftag gegangen, im letzten Durchgang war es anfangs knapp, doch gegen Ende des Laufs war Flock doch souverän.
Ein derart starkes Mannschaftsergebnis war bei den deutschen Skeleton-Frauen nicht zu erwarten gewesen. Kreher (27) vom Dresdner SC hatte die Weltcupsaison nur auf dem sechsten Rang beendet, feierte aber ein gelungenes Olympiadebüt.
Pfeifer (31) von der RSG Hochsauerland, die 2018 in Pyeongchang noch unter ihrem Mädchennamen Lölling aufs Treppchen gefahren war und den Weltcup in Cortina Anfang November gewonnen hatte, war als Goldanwärterin an den Start gegangen. Mit Flock konnte sie aber nur bei ihrem Bahnrekord im zweiten Lauf mithalten. Die Winterbergerin Neise (25) ging vier Jahre nach ihrem Überraschungsgold von Peking trotz starker Vorstellung leer aus.



