Die finnischen Skispringer müssen die verbleibenden Wettkämpfe bei den Olympischen Winterspielen ohne ihren Cheftrainer Igor Medved auskommen, der vom finnischen Olympia-Komitee nach einem etwas zu reichhaltigen Alkoholkonsum nach Hause geschickt wurde. Unklar ist weiterhin, wie es zu dem Vorfall gekommen ist.
"Nach dem Wettkampf wurde ich zu einer Feier anlässlich der Goldmedaille Sloweniens eingeladen. Ich habe nichts gegessen, und dann hat der Alkohol seine Wirkung entfaltet. Ich habe einen Fehler gemacht", erklärte der 44-Jährige seinen Alkohol-Fauxpas, der sich demnach am Dienstag nach dem Mixed-Teamwettbewerb ereignet habe, gegenüber dem finnischen Rundfunk-Sender "YLE" und bat um Entschuldigung.
Eigentlich war das Thema damit auch erledigt, selbst die finnischen Skisprung-Stars hatten akzeptiert, die restlichen Wettkämpfe auf der Großschanze ohne Medved zu bestreiten. Doch ein Statement des slowenischen Skisprung-Verband von Freitag rückte die Geschehnisse in ein neues Licht.
Skispringen: Slowenien widerspricht Darstellung "vehement"
"Die slowenische Skisprung-Nationalmannschaft bestreitet vehement, dass der im Ausland tätige slowenische Trainer, der von den Olympischen Spielen ausgeschlossen wurde, die Medaille mit Mitgliedern unserer Mannschaft gefeiert hat", heißt es in einem entsprechenden Statement.
Weiter heißt es: "Eine solche Situation hat nach dem Mixed-Teamwettbewerb nicht stattgefunden." Der Vorfall um Medved habe sich allerdings schon nach dem Einzelwettbewerb der Männer auf der Normalschanze ereignet. Den hatte DSV-Adler Philipp Raimund für sich entschieden, ein Slowene stand nicht auf dem Podest.
Welche weiteren Folgen das Verhalten von Medved hat, wird nach Abschluss der Spiele entschieden. "Jetzt konzentrieren wir uns darauf, die Wettkampfbedingungen für die Athleten in Mailand zu sichern und die Situation im Team und auch für Igor zu beruhigen", hatte Skiverband-Geschäftsführerin Marleena Valtsasola zuletzt verlauten lassen.

