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"Verdacht, dass die Konkurrenz ähnliches gemacht hat"

Norweger packt über Anzugskandal aus - und erhebt Vorwürfe

Thomas Lobben attackiert die internationale Skisprung-Konkurrenz
Thomas Lobben attackiert die internationale Skisprung-Konkurrenz
Foto: © IMAGO/Ulrich Wagner
14. Februar 2026, 14:17
sport.de
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Die Nordische Ski-WM 2025 in Trondheim wurde von dem schweren Anzugskandal um die norwegischen Skispringer überschattet, der zahlreiche Sperren und Disqualifikationen zur Folge hatte. Einer der betroffenen Verantwortlichen packt knapp ein Jahr nach dem Vorfall aus - und erhebt schwere Vorwürfe gegen die internationale Konkurrenz.

"Ich möchte meine Version der Ereignisse schildern", eröffnete Thomas Lobben das Interview mit "TV2", in dem er ausführlich die Ereignisse schildert: "Kurz gesagt haben wir die Naht im Schritt geöffnet und den Stoff in zwei Hälften geteilt. Dann haben wir auf jeder Seite etwa 10 bis 15 Zentimeter tief eine Verstärkung eingenäht." 

Groß geplant war die Aktion, die für Co-Trainer Lobben, Nationalcoach Magnus Brevig und Adrian Livelten eine 18-monatige Sperre nach sich zog, war die Aktion allerdings nicht. "Wir haben die Entscheidung wahrscheinlich erst am Tag vor dem Wettkampf getroffen", erklärte er und legte nach: "Weil wir der Meinung waren, dass es uns einen kleinen Vorteil verschaffen könnte, wenn wir es richtig machten."

Bereits zuvor habe man "einige Zeit" darüber diskutiert, die Anzüge der Stars, die weiterhin ihre Unwissenheit beteuern, illegal zu verändern. Hintergrund sei, dass man davon ausgegangen ist, dass auch die anderen Nationen mit illegalen Tricks arbeite: "Es gab Gerüchte und wir hatten den Verdacht, dass die Konkurrenten etwas Ähnliches gemacht haben."

Skispringen: Auch die Konkurrenz nicht unschuldig?

Welche Länder genau die Norweger unter Verdacht hatten, wollte Lobben aber nicht verraten. "Ich bin mir nicht sicher, ob die anderen Nationen genau das Gleiche gemacht haben wie wir. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie über ähnliche Prinzipien nachgedacht haben", erhob der 42-Jährige schwerwiegende Vorwürfe.

Schon im Frühjahr wurde das Trio um Lobben von der FIS aus dem Verkehr gezogen. Seit dem 12. März sind die drei Norweger offiziell gesperrt. Diese Zeit wird ihnen auf die 18-monatige Sperre angerechnet. Brevig war bei der WM 2025 als Nationalcoach der Männer tätig, Lobben als Co-Trainer. Livelten wiederum war für das Material zuständig, das den ganzen Skandal überhaupt erst auslöste. 

Bei der WM tauchte ein Video auf, das zeigte, wie die drei Norweger die Anzüge ihrer Athleten manipulierten und zusätzliche Bänder einnähten, um Auftrieb zu erzeugen. Der Fall schlug umgehend hohe Wellen, zahlreiche Nationen legten sofort offiziell Protest ein.

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