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sport.de-Kolumne von Felix Görner

Alarm nach den Tests: Die Formel 1 entkernt sich selbst

Max Verstappen hat keinen Spaß an den neuen Autos
Max Verstappen hat keinen Spaß an den neuen Autos
Foto: © IMAGO
13. Februar 2026, 18:57

Max Verstappen schlägt nach den Formel-1-Testfahrten in Bahrain Alarm. Gar keinen Spaß machen ihm die neuen Autos. Auch RTL-Reporter Felix Görner schlägt in einer Sonderausgabe seiner F1-Kolumne auf sport.de nachdenkliche Töne an: Verliert die Formel 1 ihre DNA?

Die erste offizielle Testphase der Formel 1 in Bahrain ist vorbei und sie steht unter der Überschrift: "Die Warnschüsse der Weltmeister" oder "Die Weckrufe der Weltmeister" - ganz wie man will. 

Das, was Fernando Alonso, zweimaliger Weltmeister, und Max Verstappen, viermaliger Weltmeister, zu den neuen Regeln sagen, macht hellhörig, macht nachdenklich und sollte die Leute wachrütteln, die das F1-Reglement schreiben. 

Es geht um die DNA der Formel 1, die Kernwerte der Königsklasse. Sinn und Zweck dieser Königsklasse ist es, den Fahrern Irrationalitäten anzubieten, die sie zu Höchstleistungen treiben.

Video: Wer hat das Schönste? Alle Formel-1-Autos 2026

Wenn man den Aussagen Verstappens lauscht und bei Alonso mehr oder weniger das Identische hört, sollte das ein Warnschuss sein, dass die Formel 1 an einer Weggabelung angekommen ist, an der sie aufpassen muss: Und zwar, dass sie keine Formel E auf höherem Niveau wird und man sich von einer Königsklasse des Motorsports verabschiedet hin zu Hybridautos, bei denen Energie- und Batterie-Management wichtiger ist als die Fahrkunst der Piloten.

Reiz für Fahrer wie Fans sind aber immer diese Künste gewesen. In PS-Monstern den besten Fahrer erkennen, der diese bändigt. Darum ging es - und geht es?

Die Formel 1 ist keine KI-Meisterschaft

Zurzeit wirkt die Formel 1 so, als ginge es nur noch um Energie-Management. Darf man den Prognosen Glauben schenken und die Fahrer auf der Geraden nicht mehr Vollgas fahren, dann ist das irrwitzig und nicht mehr Sinn und Zweck der Formel 1.

Bei nächstmöglicher Gelegenheit sollte nachjustiert werden. Formel-1-Autos müssen am Limit bewegt werden können - in Kurven wie auf Geraden. Niki Lauda hat einst gesagt, in moderne F1-Autos könne man auch einen Affen reinsetzen, wenn sie zu leicht zu fahren sind.

Stellt man Energiegewinnung über Fahrtalent, passt das nicht, dann sind die F1-Maßstäbe verrutscht. Das darf der Formel 1 nicht passieren. Man darf also auf die ersten Rennen gespannt sein. Das Problem werden die Strecken mit langen Geraden sein, wo die Energie gespart werden muss, um überhaupt über eine ganze Runde schnell zu sein.

Von den Fahrern erfordert das eine "KI"-Leistung. Aber ist die Formel 1 eine KI-Meisterschaft? Nein, auf keinen Fall! Das ist ein Aufreger-Thema, weil die Fans sehen wollen, wie diese Auto zu fahren sind.

Vergrault die Formel 1 ihre Helden?

Nachdenklich stimmt auch, was daran hängen kann: Fernando Alonso fährt dieses Jahr wohl seine letzte Saison. Max Verstappen hat immer gesagt: Wenn der Fahrspaß nicht mehr da ist, höre ich auf. Lando Norris gibt ihm einen Tritt in den Hintern und sagt: 'Dann hör doch auf!' Nur: So einfach ist es nicht.

Wenn Weltmeister die Lust verlieren, verliert die Formel 1 ihre Helden, die sie braucht. Dann entsteht ein großes Loch - auch an Charakterköpfen. Wegen dieser Helden aber bezahlen die Fans Eintritt und schauen zuhause - meist im Pay-TV - die Rennen.

Ein kleiner Nebeneffekt ist die Zeitenliste. Die ersten Eindrücke bewahrheiten sich: Mercedes hat einen Monster-Motor und hat lange gepokert, bevor sie die Hose runtergelassen haben. Jetzt sieht man, wie groß der Abstand sein kann, wenn Silber ernst macht. Mercedes gegen den Rest der Welt, wird es beim Auftakt in Melbourne heißen. Dahinter sollten Red Bull, Ferrari und McLaren eng beieinander liegen.

Viel wichtiger aber ist die Frage: Wohin biegt die Formel 1 ab? Hoffentlich biegt sie nicht falsch ab und wird zu einer aufgepimpten Formel E. Denn man weiß, wie viele Fans die Formel E hat.

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1ArgentinienFranco ColapintoAlpine F1 Team0
2FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
3SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
4KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
5FinnlandValtteri BottasCadillac F1 Team0

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