Im Mixed-Teamspringen landete die Skisprung-Nation Polen abgeschlagen auf dem elften von zwölf Rängen. Als Slowenien, Norwegen, Japan, Deutschland und Österreich die Medaillen unter sich ausmachten, waren die Polen längst ausgeschieden. Ausschlaggebend war vor allem das Abschneiden von Olympia-Debütantin Pola Beltowska, die mit der Weltelite schlicht noch nicht mithalten konnte. Dass die 19-Jährige anschließend in den Sozialen Medien mit Hassnachrichten überhäuft wurde, schlägt weiterhin hohe Wellen.
Am Donnerstag absolvierten die Skisprung-Frauen ihre ersten Trainingssprünge für den am Sonntag anstehenden Wettbewerb von der Großschanze. Mit dabei auch Pola Beltowska, die erneut auf den hinteren Rängen landete. Bei der anschließenden Medienrunde war die junge Athletin dann gar nicht mehr vertreten. Eine bewusste Entscheidung, wie ihr Trainer mitteilte. Letzterer schüttelte zudem ein paar deutliche Worte an die Urheber der Hetznachrichten aus dem Ärmel.
"Das ist unsere bewusste Entscheidung. Wir haben entschieden, dass sie heute eine Pause vom Trubel bekommen soll", zitiert "skijumping.pl" Trainer Marcin Bachleda.
Dass überhaupt eine Welle der Kritik auf Beltowska einstürzte, ist für Bachleda schlicht ein absolutes Unding.
"Leute, die so etwas schreiben ..."
"Leute, die so etwas schreiben, sollten sich schämen. Wenn sie schon so etwas tun, dann sollen sie es mir antun und die Mädchen in Ruhe lassen", bot Bachleda an und ergänzte: "Ich habe diese Nachrichten gesehen. Einige waren sehr heftig. So etwas habe ich noch nie erlebt. Mir stockte der Atem. Ich werde das nicht so stehen lassen", kündigte Bachleda an.
Beltowska selbst hatte schon kurz nach dem Mixed-Springen öffentlich gemacht, dass sie heftig angegangen wird.
"Ich lese keine Kommentare im Netz, aber ich bekomme solche Privatnachrichten, dass es einfach ungeheuerlich ist. Das ist so ein Hass, ich hätte nicht erwartet, dass Menschen so viel Hass gegen mich hegen können. Ich mache das nicht mit Absicht, aber ich werde von oben bis unten fertiggemacht", sagte Beltowska zu polnischen Medien.




