Die deutschen Biathlon-Männer haben auch im zweiten Einzelrennen bei den Olympischen Winterspielen die erhoffte Medaille deutlich verpasst.
Philipp Horn schnappte völlig ausgepumpt nach Luft, dann gratulierte er artig dem überragenden Quentin Fillon Maillet. Während der Franzose seine zweite Goldmedaille in Antholz strahlend feierte, konnten die deutschen Biathleten die Erwartungen im zweiten Olympia-Einzelrennen in Antholz nicht erfüllen.
"Die Ergebnisliste anzuschauen, fällt schon schwer. Das war läuferisch okay, aber nicht gut genug. Das Paket Richtung Verfolger ist sehr groß", sagte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling bedient.
Horn landete als bester Deutscher auf einem enttäuschenden zehnten Rang. Eine bessere Platzierung vergab der 31-Jährige mit einem Fehler beim letzten Schuss. Doch Horn wusste, dass er angesichts der bärenstarken Konkurrenz auch mit einer Null "nicht in die Medaillen gelaufen wäre. Ich hatte in der letzten Runde nicht mehr im Tank, da bin ich gestorben", sagte er in der ARD.
Mit 1:09,2 Minuten Rückstand auf Fillon Maillet lief Horn ins Ziel. Da sei er "schon geschockt" gewesen, "krass", sagte er angesichts des riesigen Rückstands nachdenklich. Dennoch bemühte sich Horn mit Blick auf den Verfolger über 12,5 km am Sonntag (11.15 Uhr/ZDF und Eurosport) halbwegs um Zuversicht: "Die drei vorne liegen eng zusammen. Mit einem guten Schießen ist noch alles möglich." Nach dem Sprint ärgerte er sich allerdings erstmal "brutal" über seinen Fehler: "Da war ich schon wieder so halb auf der Strecke."
Fillon Maillet sorgte im vierten Olympia-Rennen für den bereits dritten Erfolg in Antholz der überragenden französischen Mannschaft. Für ihn persönlich war es bereits das zweite Gold bei diesen Spielen, das vierte seiner Karriere insgesamt.
Biathlon: Nawrath bedient - Preuß will angreifen
Frust schoben auch die drei weiteren DSV-Athleten nach dem Rennen über 10 km. "Das war absolut nicht das, was ich mir vorgenommen habe", sagte Philipp Nawrath, der an seinem 33. Geburtstag mit drei Schießfehlern nur den 26. Rang belegte, mit finsterer Miene. Im Einzel hatte er als Fünfter die Medaille noch knapp verpasst. Auch David Zobel auf Rang 19 und Justus Strelow als 23. haderten. "Das war unfassbar hart, das war ein ganz schöner Kampf", sagte Zobel.
Ein Kampf, in dem Fillon Maillet mit fehlerfreier Schießleistung vor den Norwegern Vetle Sjaastad Christiansen (0/+13,7 Sekunden) und Sturla Holm Lägreid (0/+15,9) triumphierte. "Das war mein Tag", sagte der strahlende Sieger. Sein Erfolgsrezept: "Sauber schießen, schnell laufen."
Der 33-Jährige sorgte im vierten Olympia-Rennen für den bereits dritten Erfolg der überragenden französischen Mannschaft nach der Mixed-Staffel und Julia Simon im Einzel bei den Frauen. Für Fillon Maillet persönlich war es bereits das zweite Gold bei diesen Spielen, das vierte seiner Karriere insgesamt.
Eine Einzelmedaille bei Olympia ist auch das ganz große Ziel von Franziska Preuß. Beim Sprint der Frauen am Samstag (14.45 Uhr/ARD und Eurosport) hat die Zehnte des Einzels die nächste Chance, sich ihren Traum zu erfüllen. Nun sei die Strecke "nur halb so lang, da kann man ein Stück weit mehr Risiko gehen und vielleicht schneller angehen", sagte Preuß: "Ich glaube, grundsätzlich passt die Form."


