Im Frühjahr kam es im norwegischen Biathlon-Team zum großen Knall um Karoline Knotten, die von der ausgeschlossen wurde. Anschließend bereitete sich die 31-Jährige selbstständig auf den Weltcup-Winter und die Olympischen Winterspiele vor. Das Verhältnis zum norwegischen Verband und dem Trainerstab ist weiterhin extrem unterkühlt.
Gegenüber dem norwegischen TV-Sender "TV2" bestätigte Karoline Knotten, dass sie "keinen Kontakt" zu Patrick Oberegger und Sverre Huber Kaas pflegt, die seit Jahren die Verantwortung für die norwegische Frauen-Nationalmannschaft tragen: "Das ist natürlich nicht optimal. Aber so war es schon den ganzen Winter über."
Im vergangenen April war es zu einem Bruch zwischen der Norwegerin und ihrem Verband gekommen. Knotten wurde von Seiten des Verbands vorgeworfen, sich nicht vollständig mit den Trainingsplänen für die kommende Olympia-Saison zu identifizieren, anschließend musste sich die Skijägerin selbstständig um die Vorbereitung kümmern.
Biathlon: Knotten "weit vom Optimum entfernt"
"Ich versuche, mich auf das zu konzentrieren, was ich tun muss und bin stolz auf die Arbeit, die ich geleistet habe und darauf, wie ich die Situation gelöst habe", erklärte sie, schob aber auch hinterher: "Aber dass es weit vom Optimum entfernt ist, das ist zu 100 Prozent sicher." Oberegger und Huber Kaas sehen die Schuld aber weiterhin bei der Athletin.
Knotten habe "wahrscheinlich ein schlechteres Verhältnis zu uns als wir zu ihr. Deshalb versuchen wir, so mit ihr umzugehen, wie sie es wünscht, damit es für sie nur positiv ist", stellte Huber Kaas klar. "Wir betreuen sie wie alle anderen im Weltcup. Alle, die in die Gruppe kommen, sind für uns gleich viel wert. Das gilt auch für sie. Es ist ihre Entscheidung."
Das sieht auch Schießtrainer Oberegger so: "Wir stehen ihr zur Verfügung, um ihr bei allem zu helfen, was sie möchte. Bei der Taktik auf der Strecke, der Vorbereitung auf Wettkämpfe, den Dingen, bei denen sie Hilfe braucht. Es liegt an ihr, wie sie das nutzen möchte. Sie hat auf jeden Fall die Möglichkeit, uns so oft zu nutzen, wie sie möchte und es gibt keine Einschränkungen."
Das Olympia-Einzel am Mittwoch beendete Knotten auf einem enttäuschenden 25. Rang - ein Ergebnis, das nach Ansicht der Norwegerin auch mit der schwierigen Situation zusammenhängt. "Ich habe kein Team. Aber ich finde, ich habe das Beste daraus gemacht", sagte sie: "Ich war letztes Jahr die Zweitbeste und sie haben nicht auf mich gesetzt. Sie haben mir also überhaupt nicht geholfen."
