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Mi, 04.02. - So, 22.02.

Ukraine reagiert empört

Der Fall Heraskevych: DOSB reagiert auf Olympia-Ausschluss

Video: Helm-Eklat bringt IOC-Boss zum Weinen
12. Februar 2026, 13:25

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zeigt angesichts der Disqualifikation des ukrainischen Skeletonfahrers Vladyslav Heraskevych Verständnis für die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

"Im Wettkampf sind politische Botschaften und solche, die so interpretiert werden können, sinnvollerweise untersagt", hieß es in einem Statement des DOSB am Donnerstag. Heraskevych wollte im Wettkampf einen Helm tragen, der Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus der Ukraine zeigt.

"Wir können verstehen, dass das Bedürfnis besteht, auf die schrecklichen Folgen dieses Krieges hinzuweisen", schrieb der DOSB: "Der Wunsch nach Gedenken ist nachvollziehbar. Dies ist im Rahmen der Möglichkeiten, wie bei Pressekonferenzen und Medienstatements auch möglich und diese Möglichkeiten der freien Meinungsäußerung unterstützen wir als DOSB ausdrücklich."

Es sei zudem grundsätzlich "ein starkes Zeichen, dass ukrainische Athletinnen und Athleten an diesen Spielen teilnehmen können. Das ist vier Jahre nach dem Überfall Russlands auf ihr Heimatland auch ein wichtiges Signal der Widerstandskraft des ukrainischen Volkes."

Heraskevych galt für die Rennen am Donnerstag und Freitag als Medaillenkandidat, beharrte aber auf der Teilnahme mit dem beanstandeten Helm. Kurz vor dem Start des ersten Laufs wurde er vom Wettkampf ausgeschlossen, das IOC sah einen Verstoß gegen die Olympischen Charta.

"Moment der Schande": Ukraine reagiert empört nach Ausschluss

Die Ukraine hat auf den Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Fahrers derweil mit Empörung reagiert. Der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj erklärte bei X, sein Land sei "stolz auf Vladyslav und auf das, was er getan hat. Mut ist mehr wert als jede Medaille." Zugleich griff auch er das IOC an: "Sport sollte nicht zu Vergessen führen, und die Olympische Bewegung sollte dazu beitragen, Kriege zu beenden, anstatt Aggressoren in die Hände zu spielen." Dem IOC gehe es "ganz sicher nicht um die Prinzipien des Olympismus, die auf Fairness und Friedensförderung beruhen".

"Das Internationale Olympische Komitee hat nicht den ukrainischen Athleten gesperrt, sondern seinen eigenen Ruf. Zukünftige Generationen werden dies als einen Moment der Schande in Erinnerung behalten", schrieb Außenminister Andrij Sybiha bei der Plattform X. 

Am Verhalten von Heraskevych sei nichts falsch gewesen, äußerte Sybiha. "Er wollte einfach nur an die im Krieg getöteten Mitathleten erinnern", schrieb der ukrainische Chefdiplomat. Sybiha zufolge sind aufgrund der russischen Invasion seit 2022 650 ukrainische Sportler und Trainer getötet und 800 Sporteinrichtungen beschädigt worden. "Es sind die Russen, die gesperrt werden müssen, nicht die Erinnerung an ihre Opfer", schrieb er.

Auch das Nationale Olympische Komitee gab dem eigenen Sportler Rückendeckung. "Heute startete Vladyslav nicht, doch er war nicht allein - mit ihm ist und wird die gesamte Ukraine sein", schrieb das Komitee bei Facebook. Wenn ein Sportler für "Wahrheit, Ehre und Erinnerung" eintrete, dann sei das bereits der Sieg.

Heraskevych: "Ich habe keine Regeln verletzt"

"Ich habe keine Regeln verletzt", beteuerte unterdessen der ukrainische Skeletonfahrer und klagte einmal mehr das Internationale Olympische Komitee (IOC) an: "Mir ist mein olympischer Moment gestohlen worden!"

Das IOC, repräsentiert durch Präsidentin Kirsty Coventry, war an diesem nie dagewesenen Olympia-Tag aber keineswegs ungerührt: Auch die frühere Schwimm-Olympiasiegerin, einst Vorsitzende der IOC-Athletenkommission, schien schwer getroffen über das, was sie qua Regelwerk der Ringe-Organisation ausgesprochen hatte.

"Ich hätte ihn gern im Rennen gesehen. Es war ein wahnsinnig emotionaler Morgen", sagte Coventry unter Tränen.

 

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