Lange hatte Franziska Preuß im olympischen Biathlon-Einzel eine Medaille vor Augen. Dann aber platzte ihr Traum - durch ein schwaches letztes Schießen.
Mit drei perfekten Schießeinlagen brachte sich Preuß beim Biathlon-Einzel in Antholz am Mittwochnachmittag in eine exzellente Ausgangsposition. Beim letzten Stehendschießen patzte die 31-Jährige dann aber entscheidend. Nach zwei Fehlern musste sich die amtierende Gesamtweltcupsiegerin mit dem zehnten Platz begnügen.
"Ich habe es irgendwie nicht mehr auf die Kette gekriegt", resümierte Preuß in der "ARD". Beim letzten Schießen habe das Timing "zwischen Abzug und Zielen" gefehlt, "es war ein klassisches Harakiri-Schießen", analysierte Deutschlands Top-Biathletin.
"Gedankenkarussell" auf der Biathlon-Strecke
Die verpasste Medaillenchance sei "sauschade und ärgert mich natürlich sehr, aber das ist Biathlon", fasste es Preuß zusammen.
Der DSV-Skijägerin war ihre gute Ausgangslage bewusst. "Ich habe mir schon gedacht, dass ich mit dreimal null gut im Rennen liege und natürlich fängt dann das Gedankenkarussell an. Auf drei Kilometer hat man viel Zeit zum Nachdenken. Ich habe immer wieder versucht, zu meinem mentalen roten Faden zu kommen. Ich wollte es so machen wie beim ersten Stehendschießen, aber es hat überhaupt nicht funktioniert", verriet Preuß.
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Preuß jagt olympischer Einzelmedaille hinterher
Die 31-Jährige muss weiter auf ihre erste olympische Einzelmedaille warten. Das beste individuelle Olympia-Ergebnis von Preuß ist ein vierter Platz im Einzel von Pyeongchang 2018. Zwei Bronzemedaillen mit dem Team zieren bislang ihre olympische Vita.
Am Sonntag landete Preuß mit dem deutschen Biathlon-Mixed auf dem dritten Platz. Dass sie hierbei als Schlussläuferin in die Strafrunde musste, habe im Einzel am Mittwoch keine Rolle mehr in ihrem Kopf gespielt, versicherte Preuß.
Gold ging derweil an Julia Simon (1 Fehler), die vor ihrer französischen Teamkollegin Lou Jeanmonnot (2 Fehler/ +53.1 Sekunden) siegte. Bronze ging sensationell an Lora Hristova (0 Fehler/ +1:04.50 Minuten) aus Bulgarien.
Vanessa Voigt (0 Fehler/ +1:17.4 Minuten) wurde als beste deutsche Biathletin Vierte.






