Mit dem Gewinn der Silbermedaille hat das polnische Skisprung-Juwel Kacper Tomasiak bei den Olympischen Winterspielen für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Der erst 19-Jährige könnte seinem Cheftrainer damit offenbar den Job gerettet haben, wie ein Vorstandsmitglied des Polnischen Skisprungverbandes (PZN) andeutete.
"Die Bilanz und Erfolge des Trainers und des Trainerstabs werden erst am Ende der Saison beurteilt", stellte Rafał Kot zwar klar, fügte aber auch hinzu: "Was beurteilen wir beim Trainer? Die Ergebnisse. Wenn also sein Athlet die olympische Silbermedaille gewinnt, gibt es keine zwei Meinungen. Das ist auch ein Erfolg des Trainerstabs und in gewisser Weise eine Rechtfertigung für den Trainer."
Worte, die vermuten lassen, dass Maciej Maciusiak der Nationaltrainer der polnischen Skispringer bleiben darf. Der 43-Jährige hatte erst im Sommer von Thomas Thurnbichler übernommen, wirkliche Fortschritte machten seine Athleten im Weltcup aber nicht. Im Gesamtweltcup ist kein Athlet der einst so erfolgreichen Skisprung-Nation in den Top 10 zu finden.
Skispringen: Maciusiak lässt Zukunft offen
Umso überraschender, dass sich Kacper Tomasiak, der im Gesamtweltcup als bester Pole auf Platz 12 steht, am Montag auf der Normalschanze die Silbermedaille sichern konnte. Nur DSV-Adler Phillip Raimund landete in Predazzo vor dem 19-Jährigen, der im Weltcup zuvor noch nie auf das Podium gesprungen war.
Für Maciusiak, der in seiner Heimat stark in die Kritik geraten war, womöglich der Beginn einer besseren Ära. Seine Zukunft wollte der Ex-Profi aber dennoch nicht kommentieren: "Im Moment denke ich nicht darüber nach. Wir sind bei den Olympischen Spielen und was danach kommt, das werden wir sehen."
Zuletzt hatte sich bereits Teamchef und Skisprung-Ikone Adam Małysz am Rande des Weltcups in Zakopane aber hinter den Coach gestellt: "Ich bin weiterhin der Meinung, dass Maciek ein guter Trainer ist."

